Bischof Harald Rückert bringt seine Mittrauer und sein Mitgefühl anlässlich des antisemitischen Anschlags in Halle (Saale) zum Ausdruck.

»Wir brauchen Ihre wahrnehmbare Präsenz«

Anlässlich des Anschlags in Halle vom vergangenen Mittwoch wendet sich Bischof Rückert mit einem Schreiben an die jüdischen Gemeinden in Deutschland. In einem Schreiben an den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und an Max Privorozki, den Leiter der jüdischen Gemeinde in Halle, bringt Bischof Harald Rückert seine tiefe Erschütterung darüber zum Ausdruck, »dass sich Antisemitismus und Judenhass in unserem Land und Volk wieder ausbreiten«. Das sei alarmierend, so der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche weiter. Obwohl die jüdische Gemeinde einer Katastrophe knapp entging, äußert Rückert auch seine Trauer und sein tiefes Mitgefühl für die Angehörigen der beiden auf brutale Weise in den Tod gerissenen Opfer.

Rückert betont in dem Schreiben, »dass wir in der Evangelisch-methodistischen Kirche fest und unverrückbar auf der Seite unserer jüdischen Schwestern und Brüder stehen«. Dies geschehe in »fürbittendem Gebet und indem wir eindeutig und klar gegen Hetze und Verfolgung Stellung beziehen«. Gleichzeitig äußert der zur Zeit im Urlaub befindliche Bischof seine Anerkennung, dass sich die jüdische Gemeinde in Halle gegen die von der Polizei empfohlene Evakuierung der Gemeinderäume zum weiteren Zusammensein an ihrem höchsten Feiertag entschieden habe. »Das ist ein starkes Zeichen des Mutes und des Nicht-Zurückweichens ›unter dem Schutz des Höchsten‹«, so Rückert. Diese Selbstverständlichkeit und Beharrlichkeit solle die jüdische Gemeinschaft in Deutschland bewahren und weiter praktizieren.

»Wir brauchen die wahrnehmbare Präsenz und Beteiligung Ihrer Glaubensgemeinschaft am öffentlichen, religiösen und kulturellen Leben unserer Gesellschaft in Deutschland«, bringt Rückert seine Überzeugung zum Ausdruck. Andererseits müsse die Gesellschaft in Deutschland »dieses versöhnte und aufrichtige Miteinander bewahren, schützen und stärken«.

Anlass des bischöflichen Schreibens ist der missglückte Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle (Saale), der am vergangenen Mittwoch, 9. Oktober, mutmaßlich von einem 27-jährigen Deutschen in antisemitischer Absicht verübt wurde. Nach seinem erfolglos verlaufenen Versuch, sich zur Synagoge Zutritt zu verschaffen, hat der Attentäter zwei unbeteiligte Passanten erschossen und zwei weitere Personen schwer verletzt. Noch am späten Nachmittag desselben Tages hat die Polizei den mutmaßlichen Täter verhaftet. Der Generalbundesanwalt der Bundesrepublik Deutschland hat die Ermittlungen kurz nach der Tat wegen des Verdachts auf eine schwere staatsgefährdende Straftat an sich gezogen.

Klaus Ulrich Ruof,
Referent für Öffentlichkeitsarbeit EmK Deutschland

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Quelle: EmK.de