Der Europäische Rat Methodistischer Kirchen traf sich vom 9. bis 12. September 2017 im High Leigh-Konferenzzentrum in der Nähe von London. Ein besonderer Höhepunkt war die Unterzeichnung eines methodistischen Gemeinschaftsabkommens.

Der Sonntag, 10. September 2017, war für den europäischen Methodismus ein besonderer Tag. In einer Feier in der Wesley’s Chapel in London unterzeichneten Leitungspersönlichkeiten der Mitgliedskirchen des Europäischen Rates Methodistischer Kirchen (EMC) ein Gemeinschaftsabkommen.

Sie brachten damit die Selbstverpflichtung zum Ausdruck, als vielfältige Kirchen zusammenzuarbeiten und für ein starkes methodistisches Zeugnis in Europa einzustehen. Der Text des Abkommens war an der EMC-Tagung 2016 in Porto beschlossen und anschliessend von allen Mitgliedskirchen ratifiziert worden.

«In einer Zeit, in der Mauern gebaut werden und Menschen sich voneinander entfernen, bauen wir Brücken und verpflichten uns, unser Beziehungsnetz zu stärken», sagte Bischof Christian Alsted von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Nordeuropa und im Baltikum. Zusammen mit Bischof Sifredo Teixeira von der Methodistischen Kirche in Portugal bildet er derzeit den gemeinsamen Vorsitz des EMC. Eine der Selbstverpflichtungen des Abkommens lautet, «das Beziehungsnetz in der weltweiten methodistischen Familie zu stärken». Der EMC sieht sich denn auch in einer engen Beziehung mit allen Mitgliedskirchen des Weltrates Methodistischer Kirchen. Deshalb richtete er an seiner diesjährigen Tagung auch einen besonderen Blick nach Göteborg/Schweden, wo sich im August 2021 Methodistinnen und Methodisten aus der ganzen Welt zur nächsten methodistischen Weltkonferenz treffen werden.

Während der Ratstagung sprachen die Teilnehmenden darüber, wie die Methodistischen, Wesleyanischen und Vereinigten Kirchen im gegenwärtigen politischen Klima Europas ein christliches Zeugnis leben können. Verschiedene Länder sind gegenwärtig mit der Tatsache konfrontiert, dass politische Kräfte am rechten Rand des Spektrums Aufwind haben. Spannungen zwischen einzelnen Ländern nehmen zu, und auch in methodistischen Gemeinden gibt es Menschen, welche sich einer nationalistischen Propaganda nicht verschliessen. Rachel Lampard, frühere Vizepräsidentin der Methodistenkirche in Grossbritannien und Leiterin des Teams für Gemeinsame Öffentliche Anliegen, nahm in ihrem theologischen Nachdenken auf den Ruf von John Wesley Bezug, den Weg der Heiligung zu gehen und Gerechtigkeit zu üben: «Eine innere Verwandlung muss sich auch äusserlich zeigen. Zu glauben, dass Gottes Liebe allen gilt, hat evangelistische und soziale Auswirkungen.»

Im Hinblick auf STAUNEN, das Europäische Methodistische Festival vom 8. bis 13. Mai 2018 in Cuxhaven/Deutschland, wurden nächste Vorbereitungsschritte getan. Zudem stellte Pastor Cassius Francis die «Wesleyan Holiness Church in Europe» vor, die ein Beitrittsgesuch zum EMC gestellt hatte, und der nun für die nächsten drei Jahre ein Beobachterstatus gewährt wurde.

Quelle: Bischöfin i.R. Rosemarie Wenner / Urs Schweizer
Bild: Feierliche Unterzeichnung des methodistischen Gemeinschaftsabkommens in der Wesley's Chapel in London