Wer früh hilft, hilft doppelt: Wenn kleine Kinder und ihre Familien Unterstützung bekommen, bevor sich Probleme einschleifen, haben sie bessere Chancen, sich gut zu entwickeln und gesund zu bleiben. Das Projekt „Gut begleitet von Anfang an“ der OÖGKK und des Diakonie Zentrums Spattstraße vernetzt bereits vorhandene regionale Hilfsangebote und begleitet Familien individuell. So erreichen frühe Hilfen punktgenau jene, die sie brauchen.

Die OÖGKK hat das Projekt konzipiert und das Diakonie Zentrum Spattstraße mit der Durchführung beauftragt. „Gut begleitet von Anfang an“ richtet sich an Familien in Linz mit Kindern unter drei Jahren, in denen es gesundheitliche und / oder psychosoziale Probleme gibt. Oft sind es Personen in Gesundheitsberufen (z. B. Arzt, Ärztin, Hebamme etc.), die darauf aufmerksam werden und mit Zustimmung der betroffenen Familie Kontakt zur „Koordinationsstelle Frühe Hilfen“ herstellen, also zu jenem interdisziplinärem Team, welches „Gut begleitet von Anfang an“ im Auftrag der OÖGKK umsetzt. Seit Projektstart im März 2014 wurden 70 Familien begleitet.

Zielgruppen von „Gut begleitet von Anfang an“

Das Projekt richtet sich an Schwangere, Eltern und Familien in schwierigen Lebenssituationen. Eine Rolle spielen dabei z. B.: psychosoziale Belastungen wie fehlendes soziales Netz oder Existenzsorgen; Überforderung mit dem Kind; psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Ängste; Kinder mit Entwicklungsrisiken; Beziehungskonflikte und Gewalterfahrungen; sehr frühe oder späte Elternschaft etc. Während die einen mit Hausbesuchen und Gesprächen unterstützt werden, vermittelt das Team anderen bereits vorhandene Angebote für Kinder bzw. Eltern – von der Stillberatung über Frühförderung bis zur Psycho- oder Ergotherapie. Diese Vermittlerrolle ist deshalb so wichtig, weil belastete Familien oft nicht in der Lage sind, selbst das passende Hilfsangebot zu finden.

Ausweitung auf ganz Österreich

Ab Herbst soll das Programm „Gut begleitet von Anfang an“ gemeinsam mit dem Land OÖ auf ganz Oberösterreich ausgeweitet werden. Konkret wird es Kirchdorf, Steyr, Vöcklabruck und Wels ebenfalls regionale Koordinationsstellen geben. Oberösterreich ist übrigens eines von fünf Pilot-Bundesländern, wo dieses Programm der Sozialversicherung erprobt wurde – finanziell unterstützt aus Mitteln der Pharmaindustrie.

Frühen Hilfen bekannter machen

Entwicklungsstörungen und gesundheitliche Probleme von Erwachsenen haben ihren Ursprung sehr oft in den ersten Lebensjahren. „Kleinen Kindern und ihren Familien unbürokratisch zu helfen ist die beste Investition in die Zukunft – menschlich wie finanziell. Ohne ‚Frühe Hilfen‘ fallen Spätfolgen wie chronische Erkrankungen oder Arbeitslosigkeit viel massiver aus“, so OÖGKK-Obmann Albert Maringer. Mag. (FH) Andrea Boxhofer, Geschäftsführerin des Diakonie Zentrums Spattstraße: „Wir freuen uns sehr über den Gesundheitspreis und über die Möglichkeit, diese Pionierarbeit zu leisten. Für unser Team ist der Preis eine große Wertschätzung für den Einsatz und das Engagement für Familien in dieser frühen und so wichtigen Lebensphase.“