Wiener Ostkirchenexperte und Domdekan Prof. Prokschi neuer Vorsitzender - Stellvertreter sind der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura und der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Foto: Uschmann

Mit 1. Jänner 2020 hat die Funktionsperiode des neuen Vorstandes des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) begonnen. Neuer Vorsitzender ist Prof. i.R. und Domdekan Rudolf Prokschi von der römisch-katholischen Kirche, seine Stellvertreter sind der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura und der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Schatzmeister ist der anglikanische Kanonikus Patrick Curran, als sein Stellvertreter fungiert der koptisch-orthodoxe Priestermönch Lukas Daniel. Als Schriftführerin gehört die methodische Pastorin Esther Handschin dem Vorstand an, ihre Stellvertreterin ist die evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler. Dem Vorstand gehört weiters auch - als Pressesprecher - Prof. Erich Leitenberger an. Die Funktionsperiode des Vorstands dauert bis 31. Dezember 2022.

Der neue Vorsitzende Rudolf Prokschi stammt aus Asparn an der Zaya, er studierte von 1972 bis 1977 in Wien Theologie, 1978 wurde er von Kardinal Franz König zum Priester geweiht. 1981 bis 1988 war er Universitätsassistent (er ist ein Schüler des Ostkirchenfachmanns em. Prof. Ernst Christoph Suttner), von 1983 bis 1988 auch Studienpräfekt am Wiener Priesterseminar. 1988 promovierte er in Wien, 1988 bis 1996 war er Pfarrer in Wien Ober-St. Veit und Spiritual am damals noch bestehenden Seminar für kirchliche Berufe. 1996 bis 1998 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt in Moskau (wo er auch als Seelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde tätig war). Von 1998 bis 2003 lehrte er an der Universität Würzburg, an der Benediktinerabtei "Dormitio" in Jerusalem und an der Universität Fribourg, bevor er 2004 dem Ruf nach Wien folgte.

Von 2004 bis 2018 lehrte Prokschi an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät Patrologie und Ostkirchenkunde und prägte die Fakultät in dieser Zeit u.a. als Vizedekan und als Vorstand des Instituts für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens. Als Vizepräsident der Stiftung "Pro Oriente" und Obmann des Vereins "Pro Oriente - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung der ökumenischen Beziehungen", als Mitglied des Internationalen Orthodox-Katholischen Arbeitskreises St. Irenäus und als Rektor des "Thomaskollegs" leistet der Domdekan des Wiener Domkapitels einen wichtigen Beitrag für den Dialog zwischen Ost- und Westkirche. Als Vorsitzender der Wiener Diözesankommission für ökumenische Fragen liegt ihm aber auch das ganze Spektrum der Ökumene am Herzen. Parallel zur wissenschaftlichen Tätigkeit war und ist Prof. Prokschi als Seelsorger und in der geistlichen Begleitung im Einsatz.

Quelle: Ökumenischen Rat

 

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