Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee spricht als eine von vier MutmacherInnen beim Fest am Rathausplatz am 30. September. Foto: wikimedia/Fronteiras do pensamento.

Als 2003 nach eineinhalb Jahrzehnten blutiger Kämpfe der liberianische Bürgerkrieg beendet wurde, war eine Frau maßgeblich daran beteiligt: Leymah Gbowee. Die Mitbegründerin der „Women of Liberia Mass Action for Peace“ hatte es geschafft, in ihrem ethnisch und religiös vielfältigen Heimatland Christinnen und Musliminnen zu gemeinsamen Protesten gegen den Krieg auf die Straße zu bringen. „Die Friedensbewegung in Liberia zeigte der Welt, dass Graswurzelbewegungen wesentlich zur Bewahrung des Friedens sind. Am Beispiel von Liberia sieht die Welt, dass Frauen den Frieden voranbringen können“, sagte Gbowee vor ein paar Jahren in einem Interview zum Weltfrauentag.

Einer internationalen Öffentlichkeit blieb Gbowees Bewegung vor allem durch einen Sex-Streik in Erinnerung, mit dem die liberianischen Frauen die Männer des Landes zu einer friedlichen Auseinandersetzung nötigen wollten. Gbowee selbst relativiert im Rückblick auf die Aktion allerdings: „Der Streik dauerte vielleicht ein paar Monate. Er hatte kaum praktische Auswirkungen, aber er war ungeheuer wertvoll, da er uns mediale Aufmerksamkeit bescherte.“ Seit 2006 ist Gbowee in leitender Funktion im „Women Peace and Security Network Africa“ tätig, einer panafrikanischen Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, die Teilhabe und Führungsfunktion von Frauen in der afrikanischen Friedenspolitik zu fördern.

Grund für Leymah Gbowees Wien-Aufenthalt ist das große Fest zum Reformationsjubiläum der Evangelischen Kirchen am Rathausplatz. Am 30. September wird Gbowee dort als eine von vier „MutmacherInnen“ zum Themenblock „Frieden“ von ihrer Arbeit in Liberia erzählen. Weitere MutmacherInnen sind Thomas Korbun, Vorstandsvorsitzender von „SOS Méditerranée“ Deutschland oder die palästinensische Friedensvermittlerin Sumaya Farhat-Naser.

Mehr zum Fest auf www.fest500.at

Quelle: evang.at/epdÖ