Dank eines gemeinsamen Projekts der «Methodist e-Academy» und der «GlobeTheoLib» (Weltweite Digitale Bibliothek für Theologie und Ökumene) wurde eine grosse Anzahl an Publikationen aus der methodistischen Tradition weltweit verfügbar gemacht.

Die «GlobeTheoLib» ist mit derzeit rund 4,5 Millionen Dokumenten die weltweit grösste Internet-Bibliothek im Bereich der Ethik und der Theologie. Es gibt bereits einen Bestand an Literatur zur römisch-katholischen Ethik, und Sammlungen zur protestantischen Ethik und zum chinesischen Christentum sind in Vorbereitung. Indem nun auch fortlaufend Dokumente aus der methodistischen Tradition zu dieser Bibliothek hinzugefügt werden, erhalten Methodistinnen und Methodisten auf der ganzen Welt einerseits die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen und ihre Studienergebnisse zu teilen. Andererseits wird die «GlobeTheoLib» auch zu einer wertvollen Dienstleistung im Blick auf die theologische Aus- und Weiterbildung in methodistischen Gemeinden und Institutionen rund um den Globus.

Eine offizielle Zusammenarbeit sieht vor, dass «Globethics.net» die technische Plattform und bibliothekarisches, technisches sowie theologisches Fachwissen einbringt, während methodistische Gruppen und Einrichtungen unter dem Dach des Weltrates Methodistischer Kirchen für den Inhalt und die Strukturierung besorgt sind, die «GlobeTheoLib» bekannt machen und auch eine finanzielle Unterstützung an den Ausbau und Betrieb der Online-Bibliothek leisten.

David Field aus Basel (Schweiz) ist einerseits Koordinator der Methodist e-Academy, einer europaweit tätigen Studieneinrichtung, die Online-Studien mit Blockseminaren verbindet. Andererseits vertritt er den Weltrat Methodistischer Kirchen in der «GlobeTheoLib». Er sieht in dieser Online-Bibliothek eine grosse Chance für die jeweils rund 20 bis 25 Männer und Frauen aus ganz Europa, die das mehrjährige Studienprogramm der Methodist e-Academy im Blick auf ihren Dienst als Pfarrerinnen und Pfarrer absolvieren. Die computerisierten Suchprogramme der «GlobeTheoLib» ermöglichen beispielsweise auch das Auffinden spezifisch methodistischer Artikel in umfassenderen Publikationen aus den Bereichen der Theologie oder Kirchengeschichte. Und weil die Online-Bibliothek auch Verträge mit kommerziellen Verlagen hat, kann Lehrpersonen, Studierenden sowie Theologinnen und Theologen auf der ganzen Welt theologische Literatur zugänglich gemacht werden, die ansonsten gekauft werden müsste. Dies ist insbesondere dort von grosser Bedeutung, wo methodistische theologische Institutionen kaum Mittel haben, um sich grosse Publikationsbestände anschaffen zu können. Der Zugang zum gesamten Bestand der «GlobeTheoLib» ist kostenlos, um einige der verfügbaren kommerziellen Publikationen einsehen zu können, ist es aber notwendig, (Gratis-)Mitglied der Bibliothek zu werden.

Zwar wird an der Methodist e-Academy nur auf Deutsch und Englisch unterrichtet. Gemäss David Field erlauben die Computerprogramme aber grundsätzlich das Auffinden methodistischer Publikationen in allen Sprachen. Deshalb wird aktiv nach Literatur in den wichtigsten europäischen, asiatischen und – soweit vorhanden – afrikanischen Sprachen gesucht. Studierende können durch das Hochladen ihrer eigenen Dokumente, Artikel und Dissertationen dazu beitragen, dass der Bestand der «GlobeTheoLib» wächst. Und wenn beispielsweise Ausbildungsstätten auf den Philippinen oder in Afrika Dissertationen und Forschungsarbeiten hochladen, können Menschen auf der ganzen Welt einen Nutzen aus diesen Publikationen ziehen, von deren Existenz sie ohne die «GlobeTheoLib» gar nichts gewusst hätten.

Der Aufbau des Ende 2016 aufgeschalteten methodistischen Teils der «GlobeTheoLib» wurde unter anderem durch Mittel des evangelisch-methodistischen Fonds für Theologische Ausbildung in den Zentralkonferenzen sowie der Methodistenkirche in Grossbritannien finanziert. Um die Bibliothek weiter auszubauen, soll sie jedoch finanziell noch breiter abgestützt werden.

Quelle: United Methodist News Service, Nashville / Sekretariat des Bischofs, Zürich
Im Bild: Zoltan Kovacs (HU), Filip Gärtner (CZ) und Ctirad Hruby (CZ) beim intensiven Studium im Rahmen eines Blockseminars der Methodist e-Academy