Das Jahr 2017 ist für die evangelischen Christen in Österreich ein besonderes Jahr. In Wien beginnen die Feierlichkeiten rund um das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation schon jetzt.

Gemeinsam feiern die Lutheraner (Kirche A.B.), Reformierten (Kirche H.B.) und Methodisten das Reformationsjubiläum, das auf den Anschlag beziehungsweise die Verbreitung der 95 Thesen von Martin Luther 1517 zurückdatiert wird.

In Wien startet der große öffentliche Auftakt ins Jubiläumsjahr bereits im November: Wien ist Wegmarke auf dem „Europäischen Stationenweg“, der 68 Städte in 19 Ländern verbindet, wie eine Aussendung der Evangelischen Diözese Wien verspricht. Auf diesem Weg tourt das „Geschichtenmobil“, ein begehbarer 28-Tonnen-Showtruck, von November 2016 bis Mai 2017 durch Europa.

„Wiener Protestanten-G’schichten“

Wie der Name schon sagt, bringt der Truck „Geschichten zur Reformation und ihrer Auswirkung auf unsere heutige Zeit mit“. Auch „Wiener Protestanten-G’schichten“ (zum Beispiel eine Stadtführung mit Bischof Bünker, ein Porträt von Ilse Beyer, einer der ersten Pfarrerinnen in Österreich und anderes) gibt es an mehreren Screens und multimedial zu entdecken. Außerdem können die Besucher auch eigene Reformationsgeschichten in unterschiedlichen Formaten erzählen.

Am Freitag, 18.11.2016, kommt das „Geschichtenmobil“ um 17.00 Uhr in Wien an. Es ist bis Sonntagfrüh zwischen dem Burgtheater und dem Cafe Landtmann (gegenüber vom frisch eröffneten Christkindlmarkt) zu finden. Am Freitag kann von 18.00 bis 19.30 Uhr ein erster Blick in den Truck geworfen werden. Superintendent Hansjörg Lein und Weihbischof Franz Scharl werden vor Ort von Jugendlichen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden und zur Reformation interviewt.

Pastor Martin Siegrist zeigt seine „Jo-Jo-Kunst“

Am Samstag, 19.11.2016, wird das „Geschichtenmobil“ von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet sein. Von 13.30 bis 23.30 Uhr gibt es laut Aussendung ein abwechslungsreiches Begleitprogramm im Theater „Neue Tribüne Wien“ (Untergeschoss des Cafe Landtmann): „Jo-Jo-Kunst vom methodistischen Pastor und österreichischen Jo-Jo-Vizemeister Martin Siegrist, Regisseur Karl Markovics und Bischof Michael Bünker im Gespräch, Lesung mit Klaus Rott, Poetry Slam mit Priester Helmut Schüller und vieles mehr“. Den Abend beschließt ein „Clubbing mit DJ Wolfram“.

Evangelisches Wien erleben

Die evangelische Seite Wiens soll an diesem Wochenende erlebbar werden: Seit wann gibt es Evangelische in Wien? Was glauben Evangelische? – Diese und weitere Fragen sollen auf „ansprechende, musikalische und manchmal auch auf selbstironische Art beantwortet“ werden, so die Diözese Wien. Das Motto der Wiener Station lautet demnach: „Frei samma! Da Jesus hod uns aussegrissn“ (nach Galater 5,1).

Der „Europäische Stationenweg – Geschichten auf Reisen“ wird vom Verein Reformationsjubiläum 2017 (r2017) in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE, dessen Generalsekretär Bischof Michel Bünker ist), und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) organisiert.

Neben Wien sind österreichweit noch Villach und Graz an dem Projekt beteiligt. In Wien organisiert ein „Projektteam aus lutherischen, reformierten und methodistischen Evangelischen im Alter von 20 bis 66 Jahren die ‚Wiener Station‘“, so die Aussendung.

Quelle: religion.ORF.at

Fotos: Cornelia Kirsch, Martin Siegrist