Das Frauennetzwerk der EmK Österreich trauert um Helene Nausner

Helene Nausner, geboren am 12.12.1929 in Casim, einem Ort im damaligen Rumänien (heute in Bulgarien, am Schwarzen Meer), wurde als Kind einer deutschen Frau und eines rumänisch-armenischen Bauern geboren. Sie verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Sie floh während des Weltkriegs als Kind mit ihrer Familie nach Österreich. In Asten bei Linz kamen sie in einem Barackenlager für Flüchtlinge unter. Helenes Mutter erkrankte in dieser Zeit schwer und verstarb früh. Helene übernahm ab dem Alter von 15 Jahren die Verantwortung für ihre Familie und kümmerte sich um ihre 6 Geschwister. Durch Pastor Ernst Nausner, der in diesen Jahren in den Flüchtlingslagern arbeitete, fand sie ihre geistliche Heimat in der Methodistenkirche. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann, Wilhelm Nausner, kennen. Mit ihm war sie mehr als 65 Jahre verheiratet und gründete gemeinsam mit ihm eine Familie mit 8 Kindern. Ihre Kinder zog sie mit Liebe auf, immer bemüht um ihre Entwicklung, aber auch um ihre Aufrichtigkeit und Dienstbereitschaft. Sie scheute keine Arbeit und war immer bereit, sich für ihre Familie einzusetzen.

Helene und Wilhelm beteiligten sich an der Arbeit und den Diensten der späteren Evangelisch-methodistischen Kirche. Helene wirkte viel in der EmK und leistete ehrenamtlich im Sozialbereich Beeindruckendes. Sie hatte neben ihrer eigenen großen Familie noch drei Pflegekinder, um die sie sich gerne annahm. Immer wieder war sie bereit, Mädchen aus dem Zentrum Spattstraße in Hauswirtschaft anzulernen und eine Lebensperspektive für sie zu suchen. So wurde ihr 2006 die Humanitätsmedaille des Landes OÖ für ihr besonderes und vielseitiges Engagement im Sozialbereich verliehen.

Sie führte immer ein offenes Haus, in dem Gäste an der Tagesordnung waren und viele Menschen, vor allem auch aus dem damaligen Osteuropa, Aufnahme und Gastfreundschaft fanden. Dabei wurden auch viele langanhaltende Freundschaften geknüpft.

Sie unterstützte gemeinsam mit ihrem Mann in den Tagen vor der Wende und danach aktiv Christen und Christinnen, Einrichtungen und soziale Werke in Osteuropa - unabhängig von Konfession und religiöser Orientierung. Dafür erhielt sie zahlreiche Ehrungen.

Außerdem engagierte sie sich im Frauennetzwerk (vormals Frauendienst); diese Arbeit war ihr ein großes Anliegen. Von 1984 bis 1992 stand sie als Präsidentin dem Frauendienst vor, danach war sie Ehrenpräsidentin bis zu ihrem Tod. Während der Zeit als Präsidentin war es ihr ein großes Anliegen, die Frauengruppen in den verschiedenen Gemeinden zu besuchen, sie kennen zu lernen, zu ermutigen und zu ermuntern. So berichtete sie auch regelmäßig über die Frauenarbeit und hielt Vorträge darüber. Beim Weltgebetstag der Frauen arbeitete sie intensiv im österreichischen Nationalkomitee mit, machte den Weltgebetstag in Oberösterreich bekannt und half bei der Gestaltung der Gottesdienste mit. Sie setzte sich durch ihre Teilnahme bei Seminaren und Frauenveranstaltungen auch für den Frauendienst der EmK in Mazedonien ein.


Wie sie selbst sagte, war sie zumeist fröhlich - Hilfe war ihr der Glaube, die Bibel und der Satz aus 5. Mose: „Wie deine Tage, so deine Kraft“.

Das Frauennetzwerk in Österreich, 7. Mai 2018

 

Lesen sie hier einen weiteren Nachruf (verfasst von Helmut Nausner)