Über uns

Glaube der durch die Liebe tätig ist

John Wesley, der Begründer der Methodistischen Bewegung, betonte, dass Methodistinnen und Methodisten sich nicht durch besondere Lehren und Rituale von anderen Christinnen und Christen unterscheiden. Wesely wollte die Grundwahrheiten des christlichen Glaubens lehren und auch den einfachen Menschen nahe bringen –  und er wollte, dass die Menschen danach leben.

»Was Methodismus genannt wird, ist der alte Glaube der Bibel, der Urkirche, der Kirche von England. Dieser alte Glaube ist nichts anderes als Liebe, Liebe zu Gott und allen Menschen. Diese Liebe ist die große Medizin des Lebens, das nie versagende Heilmittel für all das Elend einer durcheinander geratenen Welt, gegen all die Übel und Laster der Menschen. Wo diese Liebe ist, da gehen Tugend und Freude Hand in Hand.«

John Wesley

Vier Schwerpunkte methodistischer Theologie

Gnade

Methodistische Theologie betont die vorlaufende Gnade Gottes. Sie ist in jedem Menschen wirksam schon vor der Bekehrung und der Taufe. Gottes grenzenlose Liebe gilt allen Menschen. Gottes Liebe sucht uns. Dass Gott aus Liebe die Gemeinschaft mit jedem einzelnen Menschen sucht, ist Gnade. Gott befähigt den Menschen, wirklich zu lieben und Gutes zu tun.

Gott hat den Menschen zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen. Der Mensch aber trennt sich von der Liebe und Gnade Gottes und will sein eigenes Leben in Besitz nehmen und sich selbst bestimmen. Wir nennen diese Entfremdung von Gott, vom Mitmenschen, von der Schöpfung und von sich selbst Sünde. Aus diesem Zustand kann sich der sündige Mensch nicht von allein befreien. Gott möchte den Menschen daraus erlösen und befähigen, sich immer wieder aufs Neue für das Gute zu entscheiden.

Am Anfang dieses Weges steht die Annahme der Liebe Gottes, aber auch die Erkenntnis der eigenen Schuld angesichts der unverdienten Zuwendung Gottes. Diese bedingungslose Annahme des Menschen durch Gott, die schon in der Taufe zum Ausdruck kommt, wird im Neuen Testament Rechtfertigung genannt. Rechtfertigung bewirkt, dass der Mensch mit sich selbst und seiner persönlichen Geschichte ins Reine kommt.

Bekehrung und neues Leben

Die methodistische Theologie betont das aktive Mitwirken des Menschen in Bezug auf Gottes Liebe. Gott zwingt nicht. Keine Person kommt zum Glauben gegen ihren Willen. Diese Veränderung hin zum lebendigen Glauben wird Bekehrung genannt. Sie umfasst die Erkenntnis des eigenen Zustandes der Trennung von Gott und die Heimkehr zu Gott. Sie kann plötzlich und radikal geschehen, meistens ist sie aber eine Entwicklung. Und oft bekehrt sich ein Mensch auch mehrmals in seinem Leben, wenn er immer wieder aufs Neue Gottes Liebe erfährt und von ihr 
berührt wird.

Nach methodistischer Überzeugung ist mit der Rechtfertigung eine reale Veränderung im Herzen des Menschen verbunden. Deshalb wird in diesem Zusammenhang von der Wiedergeburt (nach Johannes 3,1-8) gesprochen. Etwas wirklich Neues beginnt im Menschen zu wachsen – in seinem Denken, Fühlen und Handeln. Die Liebe Gottes erfasst den Menschen immer mehr, wird erwidert und zeigt sich auch in einer Liebe zu den Mitmenschen, zu sich selbst und zur ganzen Schöpfung. Diese Liebe ist Antwort auf Gottes Liebe und bewirkt den Wunsch, sie weiterzutragen im Reden und Handeln.

Heiligung

Methodistische Theologie geht davon aus, dass Menschen im Glauben und in der Liebe wachsen. Dieser Prozess wird Heiligung genannt und dauert das ganze Leben an. Heiligung bedeutet Bewährung des Glaubens im Leben. Der Mensch zeigt seinen Glauben durch tätige Liebe. Er fragt immer wieder nach Gottes Willen und tut ihn, wo er ihn erkennt. Das neue Leben will immer wieder ergriffen werden. 

Heiligung ist nichts Abgehobenes, sondern etwas sehr Geerdetes. Der Mensch erfährt Glück und Sinn durch die Gemeinschaft mit Gott, durch die Erfahrung, geliebt und angenommen zu sein, und durch das, was er für andere tut. Heiligung bezieht sich nicht nur auf den einzelnen Menschen, sondern will sich in der Gesellschaft ausbreiten durch die Christinnen und Christen (soziale Heiligung). Deshalb ist die Liebe zu Gott und zu den Menschen mit einer Leidenschaft für Gerechtigkeit und Frieden verbunden, mit einem unbedingten Willen zur Abschaffung menschenunwürdiger Zustände und mit sozialem Handeln zur Erneuerung der Gesellschaft und zur Bewahrung der Schöpfung.

Glaube und gute Werke

Der Mensch kann sich Gottes Liebe nicht verdienen. Die Erfahrung der Liebe Gottes und der Glaube sind ein Geschenk. Aus der Erfahrung der Liebe Gottes erwächst der Wunsch, diese Liebe weiterzugeben. Gott, die Mitmenschen und sich selbst zu lieben bezeichnet Jesus Christus als das höchste Gebote (Markus 12,30f). Gutes zu tun ist daher auch Auftrag an uns. Durch die Liebe wird der Glaube praktisch, kommt in den Alltag hinein und lässt uns als Persönlichkeit wachsen. Wir lernen, Gottes Güte zu vertrauen und im Vertrauen zu leben und zu handeln.