Die vergangenen Wochen haben viele Menschen verletzt, verärgert und entrüstet, als wir die Morde unbewaffneter Schwarzer Menschen durch Polizeigewalt und Rassismus in den Nachrichten verfolgen mussten; Ahmaud Arbery, Breonna Taylor, George Floyd und die zahlreichen anderen, deren Namen nur ihren Müttern, Vätern, Schwestern, Brüdern und Freund*innen bekannt sind.

Viele Bischöfinnen und Bischöfe haben in den vergangenen Wochen ihre Stimmen erhoben. Die Worte von Bischof Bruce Ough, dem Bischof des Bezirks Minneapolis, waren wie ein Weckruf, um die vor uns liegende Krise zu thematisieren: „Es gibt mehr als eine Pandemie, die Minnesota und unser Land momentan verwüstet. Abgesehen vom Kampf gegen COVID-19 müssen wir auch die Bedrohung einer Pandemie des Rassismus, der Überlegenheit der Weißen und der Gewalt von Weißen gegen Schwarze oder Braune.“

LaTrelle Easterling, Bischöfin des Bezirks Baltimore-Washington, hat ebenso kraftvolle Worte gesprochen: „Schwarz zu sein ist nicht eine Vorerkrankung; schwarz zu sein ist kein hinreichender Grund um verdächtig zu sein, schwarz zu sein heißt nicht ein mutmaßlicher Täter zu sein. Schwarz zu sein ist ein Geschenk des allmächtigen Gottes und eine Offenbarung einer Eigenschaft Gottes.“

Diese prophetischen Stimmen und die vieler Anderer haben uns Worte gegeben, als wir wortlos waren.

Als Bischöfinnen und Bischöfe der United Methodist Church (EmK), bitten wir alle Methodist*innen sich auf ihre Tauf- bzw. Aufnahmeversprechen zurückzubesinnen und dem Bösen, der Ungerechtigkeit und der Unterdrückung jeglicher Art zu widerstehen.

Wir bitten alle Methodist*innen die unerhörte Sünde des Rassismus und der behaupteten Überlegenheit weißer Menschen beim Namen zu nennen und gemeinsam gegen die Unterdrückung und Ungerechtigkeit vorzugehen, die in den Ermordungen farbiger Menschen sichtbar geworden sind.

Als Bischöfinnen und Bischöfe der ganzen Kirche unterstützen wir friedvolle Proteste als ein Mittel, jenen eine Stimme zu geben, die sie am meisten brauchen.

Wir sind überzeugt, dass es für Methodist*innen schon lange an der Zeit gewesen wäre, zu handeln. Es ist nun die Zeit, unsere Stimmen, unsere Stifte, unsere Füße und unsere Herzen für eine Veränderung zu nutzen.

Gemeinsam mit anderen Verantwortlichen und Einrichtungen der UMC bekräftigen wir die Botschaft, dass wir nicht länger still bleiben werden noch mitschuldig bleiben wollen, sondern dass wir jetzt handeln müssen.

Als nächsten Schritt bitten wir die Mitglieder der UMC, alles zu lesen, was sie zum Thema Antirassismus finden können, und Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu führen. Sprecht mit Kolleg*innen und Freund*innen! Dies mag nicht einfach sein, aber es wird uns helfen, eine größere Wertschätzung für einander zu gewinnen. In einem kürzlich veröffentlichten Podcast hatte die Dozentin, Autorin und Podcast-Moderatorin Brene Brown den Autor, Historiker und Professor der amerikanischen Universität Ibram X. Kendi zu Gast, der sagte: „Wenn wir nicht vor den Büchern davonlaufen, die uns unangenehm sind, können wir zulassen, dass sie uns verwandeln. Ich bin die meiste Zeit meines Lebens vor antirassistischen Büchern davongelaufen. Aber jetzt kann ich nicht aufhören, ihnen nachzulaufen - um mich selbst und meine Gesellschaft zu hinterfragen und dabei beides zu verändern." Hören wir nicht nur mit unseren Ohren, sondern auch mit unseren Herzen hin und seien wir offen für solche Bücher, Podcasts und Gespräche, die ganze Gemeinschaften verändern!

Wir bitten jede Methodistin und jeden Methodisten während der nächsten 30 Tage täglich um 8:46 Uhr und 20:46 Uhr 8 Minuten und 46 Sekunden zu beten. So lange kniete der Polizist auf George Floyds Hals. Tun Sie dies mindestens die nächsten 30 Tage. Beten Sie für alle farbigen Personen, die unter Ungerechtigkeit und Unterdrückung leiden. Beten Sie für unsere Kirche, während wir uns gegen Rassismus stellen. Stellen Sie sich die Kraft eines Gebets-Konzerts vor, das auf der ganzen Welt gehört wird.

Und schließlich noch einmal mit den Worten von Bischof Easterling: „Die Zeit dafür ist jetzt da. Baut die Struktur der weißen Vorherrschaft ab; hört auf, Strategien zu entwickeln, umzusetzen und zu unterstützen, die die wirtschaftliche Ungerechtigkeit aufrechterhalten; stoppt die politischen Manöver, die zu Gewalt gegen farbige Menschen führen. Verpflichtet euch dazu, Antirassisten zu sein; hört auf, schwarze und braune Menschen zu überwachen; hört auf, tödliche Gewalt an schwarzen und braunen Menschen bei gewöhnlichen Polizeihandlungen anzuwenden. Hört auf uns zu töten. "

Möge der Gott der Gnade und des Friedens mit Euch sein.

Bischof Cynthia Fierro Harvey Präsidentin
Bischofsrat der United Methodist Church

 

Die Pastorinnen und Pastoren der EmK-Österreich haben sich mit diesem Aufruf auseinander gesetzt und überlegt, wie wir diesem Anliegen gut entsprechen können. Wir stimmen inhaltlich voll mit dem Anliegen überein.

Daher werden wir am kommenden Sonntag, dem 14. Juni 2020, in unseren Gottesdiensten die Stimme erheben, den Texten Gestalt geben, unsere Herzen weit machen und alle Anwesenden dahingehend motivieren, selbst ins Handeln zu kommen, also auch die Füsse zu gebrauchen.

Bildquelle: UMC.org

Hier der link zum englischen Original