Diese Art von Bildern haben in der Berichterstattung seit dem ersten Lockdown deutlich zugenommen. Allerdings sind darauf selten ausschließlich Frauen zu sehen. Der Vorstand des methodistischen Frauennetzwerks in Österreich hat in seiner Herbstsitzung entschieden, den Frauentag am 21. November nicht abzusagen, sondern online durchzuführen. Einige Frauen waren dadurch ermutigt, auf diesen Termin hin an ihren Geräten ein Programm für Videokonferenzen zu installieren um teilnehmen zu können. Sie wurden von den schon geübteren Frauen mit großer Freude begrüßt und willkommen geheißen.

Jede Frau hatte selbst für Kaffee oder Tee bei sich zu Hause zu sorgen. Nach einer Zeit des Ankommens und Plauderns begann Pastorin Esther Handschin mit einer kurzen Besinnung zu Psalm 63. Wenn wir etwas vermissen und voll Sehnsucht sind, so kann es uns helfen, Gott zu loben und damit den Blick von unserer Sehnsucht weg auf ihn zu richten. Bei Schlaflosigkeit in der Nacht verschaffen der Gedanke an Gott und das Beten eines Psalms Gelassenheit und Geborgenheit.

Thematisch wurden danach verschiedene Aspekte des Menschseins betrachtet, die uns seit der Erfahrung von Corona und den damit getroffenen Maßnahmen beschäftigen: Wie kann ich angemessen auf Veränderungen reagieren? Was braucht mein Körper, damit es ihm gut geht? Was hilft meinem Geist, um gut durch die nächsten Monate zu kommen? Was tut der Seele gut, damit sie aufatmen und durchatmen kann? Nebst den Gedanken von Pastorin Esther Handschin steuerten auch Maria Huber und Gabi Rehbogen wichtige Erfahrungen und Übungen bei.

Der Austausch in Kleingruppen förderte eine Fundgrube von Tipps und Erfahrungen zu Tage, was im ersten Lockdown geholfen hat, um den Alltag zu bewältigen. Hier ein paar Beispiele:
– Beim Telefonieren herumgehen und die Schritte vom Handy zählen lassen. Das verschafft Bewegung zu Hause
– Laut „Gut, dass wir einander haben“ singen und die Menschen denken, die man vermisst.
– Neue Kochrezepte ausprobieren.
– Morgenturnen: von Montag bis Freitag, kurz nach 9:00 Uhr auf ORF2.
– Sich eine geistliche Ecke in der Wohnung einrichten für Andacht und Gebet.
– Bewegung an der frischen Luft, allein oder zu zweit.
– Singen und Tanzen (vgl. die Weihnachtsgeschichte von Karl Heinrich Waggerl zum Räuber Horrificus: https://www.plough.com/de/themen/kultur/kurzgeschichten/weihnachtsgeschi...)
– Ein Erinnerungskonto eröffnen und dieses mit Gutem und Schönem füllen.

Die kommende Adventszeit bietet in diesem Jahr die einmalige Chance, sie anders und neu zu gestalten. Für einmal kann mehr Stille einziehen statt Trubel auf Christkindlmärkten und Einkaufsstress. Wer nach einem digitalen Adventskalender sucht, kann es einmal mit der Initiative der evangelischen Pfarrgemeinden in Wien probieren. Ab Sonntag, dem 29. November (1. Advent) öffnet sich jeweils um 18.00 Uhr ein neues Türchen auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche: https://www.youtube.com/c/EvangelischeKircheinÖsterreich/featured

Wer einige Aspekte des Frauentags noch einmal für sich durcharbeiten oder an andere weiterleiten möchte, findet dazu einen Text von Emil Persson auf dem Blog der EmK-Website: https://blog.emk.at/?p=1890

Zum Abschluss dieses ersten Online-Frauentags dankten wir allen Mitwirkenden und denen, die im Hintergrund tätig waren (Astrid Nausner für die Anmeldungen, Pastorin Dorothee Büürma für die Technik) recht herzlich und wir beteten gemeinsam das Gebet für Körper, Geist und Seele, das uns Gabi Rehbogen beigebracht hat:

Geist des lebendigen Gottes, (Hände vor dem Körper öffnen)
erfrische mich wie der Tau am Morgen, (Finger wie Regentropfen über Kopf und Schultern bewegen) 
öffne mich, (Arme weit rechts und links auseinander strecken) 
erfülle mich, (Arme im großen Bogen nach vorne zusammenführen) 
forme mich, (mit den Händen vor dem Körper eine Figur formen) 
stärke mich, (die Arme zum Körper über Kreuz wie eine Umarmung gestalten) 
sende / führe / leite mich. (Arme wieder gerade nach vorne, die Handflächen geöffnet nach oben) 
Amen.

Pastorin Esther Handschin