Während es in Afrika zunächst nur wenige Fälle von COVID-19 gab, lag laut der Weltgesundheitsorganisation die Zahl der bestätigten Infektionen am 19. April bei über 13 000 Fällen. In vielen Ländern des Kontinents ist die United Methodist Church vertreten. Die Methodist/innen fördern die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Finanzielle Unterstützung ist dringend notwendig.

Weil sich in vielen Ländern Afrikas Falschinformationen zum Coronavirus vor allem über die Social Media schnell verbreiten, setzen die Kirchen auf Aufklärung. In Sierra Leone griffen die Methodist/innen dafür zu Mitteln, die sich bereits während des Ebola-Ausbruchs bewährt hatten. Mit öffentlich vorgetragen Anspielen, kurzen Sinnsprüchen und Liedern klärten sie die Leute über das Coronavirus auf. Sie gaben Hinweise zu Schutzmassnahmen und widersprachen den gefährlichen Fehlinformationen. «Man sagt uns, dass das Coronavirus Menschen, die in heissen Regionen leben, nicht infiziert. Die Pandemie grassiert jetzt in unseren beiden Nachbarländern Liberia und Guinea. Wie Sierra Leone sind sowohl Liberia als auch Guinea heiss. Lassen Sie uns die gesundheitlichen Vorsichtsmassnahmen ernst nehmen», war eine der Botschaften, die über Lautsprecher verbreitet wurden.

Gottesdienste in den Häusern

In Simbabwe ist inzwischen eine Ausgangssperre verhängt. Schon zuvor setzte die United Methodist Church alle Aktivitäten aus, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Pfarrer Sophrins Sign aus dem Osten Simbabwes erklärte, dass die Türen der Kirche zwar geschlossen sein mögen, die kirchlichen Aktivitäten gingen jedoch weiter. «Die Mitglieder halten Gottesdienste in ihren Häusern ab. In den Gebieten, in denen einige Familien nicht über WhatsApp oder SMS erreicht werden können, improvisieren die Pfarrer. Sie finden die besten Wege, um mit ihren Leuten zu kommunizieren», sagte Sign.

Universität produziert Desinfektionsmittel

Die Africa University in Simbabwe arbeitet mit dem Finanzinstitut Old Mutual Zimbabwe zusammen, um erschwingliche Desinfektionsmittel herzustellen. Das Institut spendete rund 14.000 US Dollar. Mit diesem Geld kauften die Verantwortlichen Basissubstanzen wie Ethanol, Reinigungsalkohol und Glyzerin. Ziel ist es, täglich rund 500 Liter Desinfektionsmittel herzustellen. Die zur Universität gehörende Farm produziert derweilen Lebensmittel nicht nur für die Studierenden und das Personal der Universität. Weil eine staatliche Verfügung es den Einwohnern untersagt, mehr als drei Meilen zu fahren, um lebensnotwendige Güter zu kaufen, hat der Betrieb auch einen Tür-zu-Tür-Lieferdienst in der Stadt Mutare und den umliegenden Gebieten eingerichtet.

Sensibilisieren über Radio, Fensehen und Social Media

In der Elfenbeinküste schlossen die Methodist/innen am 17. März die Kirchengebäude und setzten alle kirchlichen Aktivitäten bis auf weiteres aus. Bischof Benjamin Boni ermutigte jedoch die Familien, ihre eigenen Gottesdienste zu Hause abzuhalten. Die Zahl der Online-Gottesdienste hat sich vervielfacht. Begräbnisfeiern werden im engsten, familiären Kreis abgehalten. In der Regel ist nur eine Pfarrperson mit einem Assistenten, vier Chormitgliedern und weniger als 10 Familienmitgliedern dabei. Die Kirche nutzt soziale Netzwerke, ihren Radiosender «Voice of Hope» und die Programme des nationalen Fernsehens als Sensibilisierungs- und Kommunikationskanäle.

Armut erschwert die Arbeit

In Südafrika, das zu den am stärksten betroffenen Ländern des Kontinents gehört, nutzen die Methodist/innen WhatsApp und Facebook, um die Kommunikation zu erleichtern und Predigten und andere wichtige Botschaften zu übermitteln. Thabiso Letuka, Pfarrer einer Gemeinde im Dorf Eastern Cape, sagte, es gebe grosse Herausforderungen bei der Kontaktaufnahme mit Kirchenmitgliedern. «Sie sind an eine traditionelle Art des Gottesdienstes gewöhnt. Deshalb wird es diesmal nicht einfach werden. Die Mehrheit unserer Mitglieder hier ist arbeitslos. Es wird nicht einfach sein, mit ihnen in Verbindung zu treten. Denn alles hier kostet Geld.»

Gefährlicher als Ebola

Der methodistische Bischof in Liberia, Samuel J. Quire Jr., forderte die Methodist/innen auf, das Coronavirus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei einer Rede zur Eröffnung der kirchlichen Kampagne zu COVID-19 warnte er davor, dass das Virus mehr Menschen töten könnte als Ebola. Das Ebolavirus hatte das westafrikanische Land vor sechs Jahren schwer getroffen. Da die meisten Liberianer/innen von ihren täglichen Einkünften leben, treffen die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Menschen hart. «Schon jetzt wird das Benzin in Liberia knapp», sagte Bischof Quire, «und die Massnahmen, die eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern sollen, werden weitere Härten für die Menschen mit sich bringen.»

Unterstützung ist nötig

Die Programme in den einzelnen Ländern erfolgen meist in enger Zusammenarbeit mit der weltweiten United Methodist Church. Allein für die Aktion in Liberia rechnen die Verantwortlichen mit Kosten in Höhe von rund 100 000 US Dollar. Connexio, das Hilfswerk der Methodist/innen in der Schweiz, hat eine Sondersammlung initiiert. Mit den Geldern unterstützt Connexio die Arbeit der Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Südamerika und in Osteuropa.

S.F. / Quellen: UM News-Bericht / African University / Bericht der WHO
Beitragsbild: Phileas Jusu, UM News