Martin Konev berichtet aus der Dijakonija Makedonija, „Miss Stone“ Zentrum.
"Heute beginnt der zweite Monat der grossen Herausforderung namens Corona Virus. Leider steigt die Zahl der Neuerkrankten in Mazedonien täglich. Durch schlechte Politik des Staates und der staatlichen Institutionen befindet sich Mazedonien vor dem Kollaps und kann ohne Hilfe von aussen nicht aus dieser Krise herauskommen.
Unser Gesundheitsminister hat öffentlich zugegeben, dass keine Mittel da sind um mit der Krise fertig zu werden und hat gleichzeitig ein Konto eröffnet, auf das die Bürger für die Krisenbewältigung für das Gesundheitsministerium Spenden einzahlen sollen. Das ist vielleicht für andere Staaten ein lächerlicher Beschluss, aber bei uns ist das leider Realität, weil sich der Staat in fast völliger Quarantäne befindet und nur die Lebensmittelindustrie und sonstigen lebenswichtigen Betriebe arbeiten, während alle anderen wirtschaftlichen Sektoren nicht mehr funktionieren. Die Arbeiter müssen sich entweder mit einem minimalen Gehalt begnügen oder sie bekommen ihre Kündigung.
Herausforderungen für die Arbeit des Miss Stone Centrum
Wir im „Miss Stone“ Zentrum stehen ebenfalls vor riesigen Problemen, wie z.B. die Verteuerung aller Lebensmittel, aber auch das Fehlen von einigen Produkten. Weil die Obst-und Gemüsemärkte geschlossen wurden, haben wir ein weiteres Problem. Durch die drastische Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Ausgangssperren, stehen wir vor einem grossen Problem, das weitere Probleme nach sich zieht. Da der Leiter und die Köchin schon um vier Uhr morgens mit der Arbeit beginnen, mussten sie bei der Polizei unter Schwierigkeiten um eine Sondererlaubnis ansuchen. Kaum war dies geregelt, war das Hauptproblem nun, dass viele der bedürftigen Essensempfänger in Radovis über 67 sind und sich nur zwischen 6-11 Uhr morgens auf der Strasse bewegen dürfen. Deshalb muss das Essen früher fertig werden, damit eine Essenausgabe, die bisher um 12.30 Uhr erfolgte, um 10 Uhr gewährleistet wird. Das belastet die Küche sehr, da sie bisher das Essen für „Essen auf Rädern“ zuerst gekocht hat und danach das Essen für Radovis. Nun muss alles parallel laufen - ein Extrastress für das Personal. Wir waren deshalb auch gezwungen ein zusätzliches Fahrzeug anzumieten.

Weiterführende Informationen
Die gesetzten Schutzmaßnahmen wirken
Die Schutzmassnahmen, die wir unternehmen mussten und das Nähen von Gesichtsmasken haben Früchte gezeigt: Bisher haben wir keine Corona Erkrankten, weder unter den Essensempfängern, noch unter den Mitarbeitern. Aber auch hier haben wir erhöhte, im Budget nicht eingeplante Ausgaben, durch Schutzkleidung und teures Desinfektionsmittel. Eine zusätzliche Massnahme ist der Ersatz unseres alten Thermosgeschirres durch Einwegbehälter. Dies ist wegen hygienischer Schutzmassnahmen dringend geboten. Das Keramikgeschirr, das wir bisher benutzten, stellt eine Gefahr durch Ansteckung mit dem Virus dar, das wir so in die Küche einschleppen könnten. Das müssen wir auf alle Fälle verhindern. Leider ist es auch sehr schwierig, geeignete Einwegbehälter zu finden. Die bisher getesteten halten eine höhere Temperatur des Essens nicht aus. Auch hier braucht das „Miss Stone“ Zentrum dringend Hilfe.
Dank für Spenden
Wir sind Gott sehr dankbar, das Er uns bisher beschützt hat und uns Kraft gibt in dieser schwierigen Zeit. Wir danken allen Spendern, die durch ihre Unterstützung durch uns die Menschen berühren, die unsere Hilfe am nötigsten haben."
Martin Konev 01.04.2020 Projektkoordinator der Dijakonija Makedonija, „Miss Stone“ Zentrum - Strumica Übersetzung Christina Cekov

Detailberichte zu Miss Stone Zentrum (PDF) und Ohridschule (PDF) von Mitte März
Foto EmK