Erstmalig wurden acht Frauen und vier Männer aus der Schweiz und aus Deutschland mit dem »Methodistischen Predigtpreis für Laien« ausgezeichnet.

Die Predigt von Laien schöpft aus einer Erfahrungswelt, die Hauptamtlichen kaum zur Verfügung steht. Zwölf preiswürdige Beispiele wurden ausgezeichnet.

Bei einer Veranstaltung während des EmK-Kongresses sollte erstmalig der vom Bildungswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ausgelobte »Methodistische Predigtpreis für Laien« verliehen werden. Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen behördlichen Auflagen musste der von langer Hand vorbereitete Kongress abgesagt werden. Davon betroffen war auch die Auszeichnung preiswürdiger Predigten von acht Frauen und vier Männern. Die Bekanntgabe der mit dem Predigtpreis Ausgezeichneten fand zwischenzeitlich ohne Öffentlichkeit statt.

Fundamentaler Bestandteil methodistischer Verkündigung

»Die Qualität der prämierten Predigten hat uns überzeugt«, erklärt Rainer Bath, der die sechsköpfige Jury leitete. Aus siebzig Einsendungen wurden zwölf Predigten prämiert, die beispielhaft dafür stehen, dass die Laienpredigt ein fundamentaler Bestandteil methodistischer Verkündigung ist. Zwei der prämierten Predigten wurden von Frauen aus der Schweiz eingereicht: Hanna Gerber aus Solothurn und Vreni Wirth-Scholian aus Graubünden. Zwei weitere Preisträger sind aus Norddeutschland: Jörg Mathern aus Gelsenkirchen und Dr. Ursula Thiel-Freese aus Lüdinghausen. Die anderen Ausgezeichneten sind aus dem süddeutschen Raum: Susanne Bader aus Erlangen, Judith Bader-Reissing aus Stuttgart, Dietmar Frank aus Laichingen, Ulrike Göhler aus Weinstadt, Dr. Christine Haag-Merz aus Böblingen, Dominik Müller aus Darmstadt, Dr. Michael J. Parnham aus Bad Soden im Taunus und Petra Sklenar aus Gerstetten.

»Es hat sich gelohnt«

»Anfangs waren wir unsicher, welches Echo diese Ausschreibung hervorrufen würde«, erzählt Bath als vorsitzender Juror, der als promovierter Theologe und Pastor im aktiven Dienst Gemeinden in Köln und Umgebung begleitet. Er weiß um die Herausforderungen des Predigens und die Schwierigkeit der Wertung von Predigten. Nach Sichtung der eingegangenen Predigten seien sie sich in der Jury aber einig gewesen: Die Ausschreibung »hat sich gelohnt«. Jetzt hoffe die Jury darauf, »dass diese Predigten Menschen dazu ermutigen, den Ruf in die Verkündigung des Evangeliums zu hören«. Personen, die im Ehrenamt predigten, griffen nämlich auf eine Erfahrungswelt zurück, die den Hauptamtlichen in der Kirche kaum zur Verfügung stehe. »Davon«, so Bath weiter, »leben diese Predigten«. Außerdem zeugten diese Predigten auch »von der guten theologischen Ausbildung von Laien in unserer Evangelisch-methodistischen Kirche«.

Über sich selbst und den Glauben nachdenken

In einem Video [Link hinterlegen: https://youtu.be/Ud__7GArsRc] kommen nun die mit dem Predigtpreis ausgezeichneten acht Frauen und vier Männer zu Wort. Sie erzählen über das, was sie zum Predigen motiviert und was sie für sich selber daraus gewinnen. Wilfried Röcker, der Leiter des in Stuttgart angesiedelten EmK-Bildungswerks, bedankt sich in dem Video bei allen, die ehrenamtlich in vielen Gemeinden Predigtdienste versehen. Sie ließen sich in ihrer Predigtbereitschaft immer wieder herausfordern und würden Hintergründe und Zusammenhänge biblischer Texte zu ergründen versuchen, »um dann Menschen einzuladen, über sich und ihren Glauben nachzudenken«.

Ein Schatz, der neugierig macht

Die Laienpredigt sei ein »Markenzeichen des Methodismus«, schreibt Walter Klaiber, der Schirmherr des Preises, im Vorwort des Sammelbands, in dem die zwölf prämierten Predigten jetzt veröffentlicht vorliegen. Damit betont der im Ruhestand in Tübingen lebende frühere Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche die Bedeutung der Laienpredigt für die kirchliche Arbeit im Methodismus. Der Titel des Buches, »Welch ein Schatz!«, unterstreicht diese Aussage und macht neugierig auf den Inhalt.

Klaus Ulrich Ruof, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main.