Rassismus ist eine Krankheit, die das menschliche Miteinander zersetzt und verdirbt.

Fälle wie der des im Rahmen eines brutalen Polizeieinsatzes zu Tode gekommenen Afroamerikaners Floyd sind die traurige Spitze eines Eisberges an Alltagsrassismus, dem Menschen sich mit dunkler Hautfarbe oder ausländischem Akzent allzuoft ausgesetzt sehen - auch in Österreich.

Die Evangelisch-methodistische Kirche hat eine klare Haltung zu Rassismus, die in den weltweit gültigen Sozialen Grundsätzen festgehalten sind.

"Rassismus ist die Verbindung von Herrschaftsmacht einer Rasse gegenüber Anderen, mit einem Wertesystem, das von der natürlichen Überlegenheit der dominierenden Rasse ausgeht. Rassismus kommt sowohl in persönlicher als auch in institutioneller Gestalt vor. Persönlicher Rassismus drückt sich in individuellen Äußerungen, Haltungen und/oder Verhaltensweisen aus, die die Grundannahmen eines rassistischen Wertesystems gutheißen und die Nutzen aus diesem System ziehen. Institutioneller Rassismus ist eine etablierte gesellschaftliche Struktur, die implizit oder explizit das rassistische Wertesystem stützt.

Rassismus verdirbt und hindert unser Wachsen in Christus, weil er im direkten Widerspruch zum Evangelium steht. Weißen Menschen werden ungerechterweise Privilegien und Vorteile zugestanden, die Menschen anderer Hautfarbe verweigert werden. Rassismus erzeugt Rassendiskriminierung. Wir definieren Rassendiskriminierung als die ungleiche Behandlung und das Fehlen eines umfassenden Zugangs zu Ressourcen und Chancen in Kirche und Gesellschaft, die ihren Grund in der Rasse oder Ethnizität haben. Folglich betrachten wir Rassismus als Sünde und halten dagegen am ewigen und zeitlichen Wert aller Menschen fest. Wir erfreuen uns an den Gaben, die verschiedene ethnische Gruppen durch ihre Geschichte und Kultur in unseren gesamten Lebensbereich einbringen. Wir ermutigen und fördern das Selbstbewusstsein aller ethnischen Gruppen und unterdrückten Menschen, durch das sie die ihnen zustehenden gleichen Rechte als Glieder der Gesellschaft einfordern können.

Wir betonen die Verpflichtung der Gesellschaft und einzelner Gruppen, durch kompensatorische Maßnahmen die lang andauernde und systematisch verankerte soziale Benachteiligung rassischer und ethnischer Gruppen auszugleichen. Außerdem bestehen wir auf dem Recht auf Chancengleichheit in der Arbeitswelt und bei Beförderungen; auf Bildung und Ausbildung auf höchsten Niveau; auf Nichtdiskriminierung im Wahlrecht, im Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und im Erwerb oder im Anmieten von Wohnraum; auf Kredite, Darlehen, Startkapital für Unternehmen und auf Zugang zu Versicherungen; und auf Führungspositionen in allen Bereichen unseres gemeinsamen Lebens. Wir unterstützen Quotenregelungen als eine Möglichkeit, Ungleichheiten und diskriminierenden Praktiken in Kirche und Gesellschaft zu begegnen."

Aus den sozialen Grundsätzen der evangelisch-methodistischen Kirche, §162A (Fassung 2013)