Die Spendengelder aus der Kampagne stellt der ORF den sechs beteiligten NGOs für Hilfsprojekte zur Verfügung. Foto: ORF

Wien (epdÖ) – Gemeinsam mit der Diakonie Österreich und fünf weiteren Hilfsorganisationen startet der ORF als Reaktion auf die Coronakrise die Initiative „Österreich hilft Österreich“. Vorbilder sind die bereits bestehenden ORF-Hilfsprojekte „Licht ins Dunkel“ und „Nachbar in Not“. Ziel der Initiative ist es, während und nach der Coronakrise Hilfsmittel für Menschen in Österreich aufzustellen, die unter besonderen Herausforderungen litten. Mit an Bord sind neben der Diakonie mit Caritas, Hilfswerk, Rotem Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe die größten Hilfsorganisationen des Landes. Die Verteilung der Spendengelder an die Hilfsorganisationen soll sich dabei nicht an deren Größe orientieren, sondern an Einsatzgebieten und Erfordernissen. Am Donnerstag, 6. August, wurde das Projekt, im Wiener ORF-Zentrum öffentlich präsentiert.

Viele Folgewirkungen der Coronakrise würden jetzt erst sichtbar, auf die Hilfsorganisationen kämen daher ganz besondere Aufgaben zu, sagte ORF-Generalsekretär Alexander Wrabetz bei der Projektpräsentation. Die Initiative solle in den kommenden Monaten während der Krise helfen, aber auch bei zukünftigen Problemsituationen in Österreich, etwa bei Hochwassern. Der ORF wolle dabei mit Kampagnen zu Spenden aufrufen und damit die Arbeit der NGOs zu unterstützen. „Wir wissen aus jahrzehntelanger Zusammenarbeit, dass das Geld so eingesetzt wird und ankommt, wie es sich die Menschen erwarten können.“

Schenk: „Armut kränkt die Seelen“

„Wenn finanzielle Not stark wird, ist das wie Gift für unsere Gesundheit, besonders für Kinder und Jugendliche“, mahnte Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich. Viele Kinder etwa litten seit der Krise vermehrt an Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit oder Einsamkeit. „Es ist so, dass Armut die Seelen kränkt und dass finanzieller Druck auch Kinderseelen verletzt.“ Richtige Maßnahmen könnten die Wunden, die geschlagen worden seien, aber heilen.

„Es ist wichtig, dass aus der gesundheitlichen Krise keine soziale Krise wird“, so Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter. Die Caritas Wien melde etwa doppelt so viele Hilfesuchende, in Salzburg seien es dreimal so viele. „Das sind Menschen wie Du und Ich. Diese Aktion ist ein gutes Signal zur richtigen Zeit.“

„Auch Österreicher brauchen Hilfe. Wir sind glücklich, dass sich unser Spielraum zu helfen maßgeblich erweitert“, sagte Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm. Es gebe eine Fülle von Menschen, die besondere Hilfe brauchen. Dabei gehe es darum, die Hilfe von Bund, Ländern und Gemeinden sinnvoll zu ergänzen.

„Die Krise bedeutet auch für viele Kinder in Österreich eine Bildungskrise“, erinnerte Michael Opriesnig, Generalsekretär des Roten Kreuzes. Er verwies dabei etwa auf Kinder in überfüllten Wohnungen, die keine technischen Möglichkeiten hätten, mit ihren Schulen in Kontakt zu bleiben. „Wir müssen als Gesellschaft alles tun, um gerade das zu verhindern.“

Gerade in der Krise gehe es darum, auch Glücksmomente zu schaffen, betonte Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer des Samariterbunds. „Wir bieten etwa Hospizpatienten die Chance, einen letzten Moment der Freude zu erleben.“

Einer eigenen Umfrage unter armutsbetroffenen Familien zufolge beurteilten 50 Prozent derer ihre Lebensqualität mit „gerade noch“ oder „nicht mehr genügend“, sagte Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger. „Das Herz als Symbol ist ein wichtiger Hinweis: Schauen wir aufeinander!“

Quelle: evang.at / epdÖ