Gedankenstrich Februar 2026
Faith Impulse

Bishop UMC Central and Southern Europe
Paulus braucht das Bild des Körpers, um eine sehr wichtige Eigenschaft der Kirche zu beschreiben, nämlich die Zusammengehörigkeit und wechselseitige Abhängigkeit in aller Vielfalt.

»Wenn ein Körperteil leidet, leiden alle anderen Teile mit.« (1. Korinther 12,26)
Paulus braucht das Bild des Körpers, um eine sehr wichtige Eigenschaft der Kirche zu beschreiben, nämlich die Zusammengehörigkeit und wechselseitige Abhängigkeit in aller Vielfalt. Unsere Kirche bringt das auch durch ihre konnexionale Struktur zum Ausdruck. Sie ist über Länder und Kontinente hinweg eng verbunden und lebt Beziehungen mit Menschen und Gemeinden in verschiedenen Erdteilen.
»Wenn ein Körperteil leidet, leiden alle anderen Teile mit.« Unsere Kirche leidet in vielen Weltregionen an den dortigen Situationen und mit den dort lebenden Menschen. In der Ukraine. Im Kongo. In den USA. Und an vielen anderen Orten. Manchmal lösen Unwetter Leid aus. Oder Hungerkatastrophen. Oder ungerechte Strukturen. Oder staatliche Willkür und Machtmissbrauch, Gewalt, Krieg.
Wir gehören zusammen, und es schmerzt, wenn Geschwister aus Kiew von ihrem Erleben berichten. Es macht betroffen, wenn Bischofskollegen aus dem Osten des Kongo erzählen. Es macht fassungslos, in Newsberichten zu lesen, was Methodisten und Methodistinnen in Minnesota beobachten und erleben. In solchen Momenten frage ich mich, wie wir unsere Zusammengehörigkeit zum Ausdruck bringen können, und wie ich mein Mit-ihnen-Sein leben kann.
Wie können wir unsere Verbundenheit gestalten? Ein paar Möglichkeiten:
· Beten – allein und mit Glaubensgeschwistern; Gott die Not und unseren Schmerz klagen, für die Leidenden beten, uns vor Gott auch unsere Ohnmacht und Sprachlosigkeit eingestehen.
· Unsere Hoffnung, Jesus Christus, suchen, sie mit unserer Realität verbinden, sie weitertragen.
· Trauern – sich informieren und den Ereignissen stellen, Emotionen zulassen, aber auch wieder auf Distanz dazu gehen, um gesund und handlungsfähig zu bleiben.
· Wege suchen, um Menschen in Not wissen zu lassen, dass sie nicht allein, sondern dass wir mit ihnen verbunden sind – mit einer Nachricht in den Sozialen Medien, mit einem Brief, einem Anruf, vielleicht auch einmal mit einem Statement.
· Die zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel bewusst und verantwortungsvoll nutzen.
· Sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen – da, wo wir leben, und mit unseren begrenzten Möglichkeiten; hinschauen, mit andern darüber nachdenken, was es heißt, in eine konkrete Situation hinein Gottes Frieden zu tragen und gerecht zu handeln – und es dann miteinander üben.
· …
Die Liste ist unfertig und lässt sich erweitern. Ich wünsche euch die Kreativität, sie mit euren Möglichkeiten zu erweitern. Und ich wünsche euch die Freude und die Sehnsucht, unsere Verbundenheit über Grenzen hinweg zu leben. Und dabei die segensreiche Erfahrung zu machen: Die Verbundenheit ist gegenseitig. Auch ihr seid von der Liebe anderer getragen.
Bischof Stefan Zürcher
Foto: Pixabay
Glaubensimpulse