100 Jahre meth­od­istische Gemeinde Linz

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Seit 1922 gibt es in Linz eine methodistische Kirchengemeinde. Wir feiern das Jubiläum.

Wir feiern 100 Jahre methodistische Gemeinde in Linz …

  • mit Gastprediger*innen, um Impulse für die nächsten 100 Jahre zu bekommen.
  • und laden in der Langen Nacht der Kirchen (10. Juni 2022)  in unsere Gemeinde ein.
  • bei einem besonderen Jubiläums-Sommerfest.

 

Kurze Geschichte der Gemeinde Linz

In der Festschrift, die anlässlich der Renovierung des Kirchengebäudes in der Wiener Straße 1999 erschien, schreibt Pastor Lothar Pöll über die Geschichte der Gemeinde:

„Seit 1922 gibt es eine methodistische Gemeinde in Linz. Es ging damals um die Seelsorge unter Arbeiterfamilien, die zum Teil aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten waren (sog. »Los-von-Rom-Bewegung«). Fünfundzwanzig Menschen schlossen sich der Methodistenkirche an. Ein ehemaliges Gasthaus in der Schubertstraße 17 diente als Versammlungsraum. Für Kinder wurde eine Sonntagsschule ins Leben gerufen. Gottfried Barth aus Württemberg war der erste Pastor der kleinen Gemeinde. Er wollte für die arbeitslosen Mitglieder ein kleines Unternehmen gründen, scheiterte aber damit. Der Anfang der Gemeinde stand unter keinem guten Vorzeichen. Widerstände seitens der römisch-katholischen Kirche gegen die Methodisten machten den Gemeindeaufbau auch nicht leichter. So blieb die Gemeinde zahlenmäßig klein.

historische Aufnahme der Schubertstaße in Linz

Nach dem 2. Weltkrieg gab es rund 60.000 Flüchtlinge in Linz, unter denen auch eine ganze Anzahl von Methodisten waren, unter ihnen die Pastoren Klemens Gläser und Ernst Nausner. Klemens Gläser wurde mit der Betreuung der methodistischen Gemeinde in der Schubertstraße beauftragt; Ernst Nausner, der mit seiner Familie im Flüchtlingslager lebte und dann ein kleines Haus im Industriegelände mieten konnte, wurde mit der Flüchtlingsseelsorge betraut.  

Dr. Gaither Warfield besuch Flüchtlingsfamilien

In seinem Haus sammelte Ernst Nausner Menschen zu Bibelrunden und Gesprächsabenden. Viele junge Menschen kamen. Es wurde gemeinsam musiziert und gesungen. Natürlich gab es auch immer etwas für den hungrigen Magen. Brot des Lebens in jeder Form wurde hier geteilt. Am Sonntag war dann Gottesdienst in Wohnzimmer und Küche der Familie Nausner. Freundschaften entstanden und Beziehungen wurden geknüpft. Die Mehrzahl der Leute waren Volksdeutsche, aber auch viele andere, die das Schicksal nach Linz geführt hatte, gesellten sich dazu. Ernst Nausner besuchte die Flüchtlingslager in der Nachbarschaft, aber auch in Wegscheid und Haid. Ja er kam sogar bis nach Ried im Innkreis. So entstand nach und nach eine Flüchtlingsgemeinde in Linz-Kleinmünchen mit einer großen Schar von Jugendlichen.

Ernst Nausner vor dem Pfarrhaus

Verständlich war nun auch der Wunsch nach einer eigenen Kirche, wo man sich versammeln konnte. Nach längerem Suchen fand Ernst Nausner ein geeignetes und preiswertes Grundstück an der Wiener Straße. Mit Hilfe eines Darlehens, zu dessen Rückzahlung sich die Gemeindeglieder verpflichteten, wurde das Grundstück im Jahre 1950 erworben und in Eigenregie ein Fundament betoniert, auf das eine leergewordene Holzbaracke aufgestellt werden sollte. Doch die Baracke konnte nicht geräumt werden, und so faßte die Gemeinde den Entschluß, auf dem Fundament einen gemauerten Saal zu errichten. Das nötige Baumaterial wurde hauptsächlich aus Splittergräben gewonnen, die aus der Kriegszeit stammten und für die man die Abbruchgenehmigung erhalten hatte. Monatelang waren Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Werk, diese Splittergräben zu zerlegen, die Ziegel und Betonsteine vom Mörtel zu reinigen und das saubere Material in Handwagen auf den Bauplatz zu transportieren. 1952 konnte schon im Rohbau der erste Gottesdienst gefeiert werden. Durch die Unterstützung der Gesamtkirche war es möglich, das Bauvorhaben auf Pfarrhaus und Kirche zu erweitern. 1953 wurde das ganze Projekt einer Baufirma übertragen. Am 1. November 1953 war es dann soweit: das neue Gotteshaus konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Bischof Arthur Moore nahm die feierliche Einweihung vor.“

Gemeinde bei der Kirchweihe

Das Gebäude in der Schubertstraße 17 wird heute übrigens von unserem Diakonie Zentrum Spattstraße genutzt.

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