Evan­gel­is­che Kirchen­ver­treter betroffen von Protest­camp-Räumung

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Die Protestcamps gegen den Bau der Wiener Stadtstraße wurden gestern geräumt
Das Protestcamp mit der “Pyramide” wird geräumt

Schröckenfuchs: “Kein mutiger Tag im Sinne der Zukunft” – Geist: “Bitte um Dialog” –  Hennefeld: “Junge Erwachsene werden beiseite geräumt”  

Betroffen von der Räumung des Protestcamps von Umweltschützer*innen in der Wiener Lobau zeigen sich der Wiener lutherische Superintendent Matthias Geist, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs. „Der Schritt der Stadt Wien in der Lobau ist sehr hart. Er zerschlägt das große Engagement vieler junger Menschen, die sich für Zukunft und Umwelt einsetzen“, schrieb Geist am Tag der Räumung (Dienstag, 1. Februar) auf Twitter. Er bitte wie schon im Dezember „um einen geordneten öffentlichen Dialog zum Wohl der Stadt Wien.“ Damals hatte Geist in dem seit Monaten anhaltenden Konflikt um die von Umweltschützer*innen heftig kritisierte Stadtstraße eine „neue und bewusste Dialogbereitschaft“ eingefordert.

Der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs schrieb auf Facebook: „Wollen wir der Klimakatastrophe begegnen, so erfordert das mutige Schritte, auch wenn sie manchmal weh tun. Heute war ein schmerzhafter Tag –  aber keineswegs ein mutiger Tag im Sinne der Zukunft, für die insbesondere junge Menschen gekämpft haben. Zu sehen, wie die Zukunftsvisionen der nächsten Generation beiseite geräumt werden, tut einfach nur weh und schafft keine Basis für eine gute Zukunft.“

„Die Räumung des Protestcamps in der Lobau hat mich sehr betroffen gemacht. Es erfüllt mich schmerzlich, dass junge Erwachsene, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit friedlich engagieren, auf diese Weise im wahrsten Sinn des Wortes beiseite geräumt werden“, betonte Hennefeld gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Klimaschutz dürfe „kein Lippenbekenntnis sein, sondern bewährt sich gerade dort, wo es um harte Interessen geht. Nur im Dialog werden wir Lösungen finden, die zu tragbaren Kompromissen führen.“ Am Beispiel des Protestcamps lasse sich sehen, wie wichtig es sei, „über kreative umweltschonende Wege nachzudenken, die nicht darin bestehen, alles zuzupflastern und damit die Klimakatastrophe noch zu beschleunigen“.

Das Protestcamp in der Lobau war am 1. Februar geräumt worden, nachdem sowohl die protestierenden Umweltschützerinnen und Umweltschützer als auch die Stadt Wien einander mangelnde Gesprächsbereitschaft vorgeworfen hatten. Auf Twitter verteidigte Bürgermeister Michael Ludwig das Vorgehen. Die Stadtstraße in der Wiener Donaustadt sei essentiell, da ansonsten leistbarer Wohnraum in Wien verknappen würde: „Gleichzeitig würde der Speckgürtel um Wien schneller wachsen, was einen Anstieg des Pendlerverkehrs und des Bodenverbrauchs zur Folge hätte.“

Quelle: epdÖ

Foto: (c) www.semiosis.at via Lobaubleibt.at 

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