SJK: Um­fan­greich­er Trans­form­a­tion­sprozess eingeleitet

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FRANKFURT am Main/FELLBACH/GÖPPINGEN – 27. Juni 2022 – Vom 22. bis 26. Juni tagt die Süddeutsche Jährliche Konferenz (SJK), das Kirchenparlament für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Süddeutschland. Die Beratungen fanden in Fellbach, östlich von Stuttgart statt. Der abschließende Gemeindetag war in Göppingen, vierzig Kilometer östlich von Stuttgart. Die Tagung stand unter dem Thema »Sprüche klopfen«, wobei es in Andachten, Gottesdiensten um Auslegungen zum biblischen Buch der Sprüche ging.

 Mit großer Mehrheit brachte die SJK ein Beschlusspaket auf den Weg, mit dem in den kommenden zwei Jahren ein Transformationsprozess in sieben sogenannten Handlungsfeldern für die EmK in Süddeutschland umgesetzt wird, die folgendermaßen beschrieben sind:
Inhaltlich soll »eine gemeinsame Vision« für die kirchliche Arbeit entwickelt werden.
Für Veranstaltungen und Gottesdienste sollen mehr niederschwellige Angebote entwickelt werden, um außenstehende Menschen in ihrem Lebensumfeld zu begegnen.
In Personalfragen sollen neue Wege ausgelotet werden, um neben dem klassischen innerkirchlichen Ausbildungsweg »geeignete Personen für unsere Kirche zu finden«.

Die ehrenamtliche Mitarbeit als tragendes Element kirchlicher Arbeit wird unter der Frage »Wie schaffen wir es, das Ehrenamt attraktiv zu halten?« in den Blick genommen, um Überlastungen durch das Ehrenamt neben Familie und Beruf zu vermeiden.
Auch die Strukturen der kirchlichen Arbeit werden analysiert, »damit wir Dinge schneller entscheiden und vor allem zielgerichteter umsetzen«.

Sehr weitreichend sind die Überlegungen zur Standortwicklung für die EmK in Süddeutschland. Dabei geht es um die Fragen, wo Gemeinden gefördert und Projekte oder Gemeindegründungen angestoßen werden, und andererseits auch um die Schließung von Gemeindestandorten oder die Zusammenlegung benachbarter Gemeinden zu einer Region. Die Diskussion einer Art »Standortpolitik« ist angestoßen.

Das siebte Handlungsfeld widmet sich dem Thema Finanzen, das die Superintendenten so zuspitzen: »Wir glauben: Als Kirche müssen wir kommerzieller werden.« Es geht um die Gehälter der Hauptamtlichen, eine klare Kostentransparenz der Gemeindearbeit, den Mut zur Investition in Gemeindegründungen sowie die Suche nach Einsparpotenzial oder die Vermietung von Räumlichkeiten, um Einnahmen zu erzielen, »denn«, so die Superintendenten, »dieses Geld ist bei uns in guten Händen.«

Für den Zeitraum der Jahre 2023 und 2024 wird dafür ein Betrag von 50.000 Euro bereitgestellt, um alle nötigen Maßnahmen, Beratungen und Umsetzungsschritte des Transformationsprozesses zu finanzieren.

Ausgangspunkt für den jetzt beschlossenen Transformationsprozess war eine umfangreiche Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen und der Situation der EmK in Süddeutschland sowie der Stärken, mit denen die EmK in Süddeutschland den Herausforderungen begegnen kann. Die vier Superintendenten, Dorothea Lorenz für den Distrikt Stuttgart und Tobias Beißwenger, Markus Jung und Stefan Kettner für die Distrikte Reutlingen, Nürnberg und Heidelberg, hatten die Studie und Vorschläge für den Reformprozess vorgelegt. Sie sehen in den durch die Corona-Pandemie verstärkt zutage getretenen Herausforderungen und krisenhaften Entwicklungen einen »Kairos, einen von Gott gegebenen richtigen Zeitpunkt«, der den »Boden für die Reform« bereitet.

Der Statistiker der Konferenz, Harald Aasman, bestätigte mit der Vorlage seines Zahlenwerks die Notwendigkeit des angestoßenen Transformationsprozesses. So seien die Zahlen der Kirchenglieder und Kirchenangehörigen erneut zurückgegangen auf jetzt 25.915 (Vorjahr 26.196). Trotz des Rückgangs auf Seiten der Kirchenzugehörigkeit konnte der Schatzmeister der Konferenz, Ingo Homolka, gegenüber dem Vorjahr eine Einnahmesteigerung von fast 350.000 Euro auf rund 13,8 Millionen Euro für das Jahr 2021 mitteilen. Zwar seien pandemiebedingt die Kollekten zurückgegangen, aber die Spendenbereitschaft habe erfreulicherweise zugenommen. So habe die Pandemie nicht zu einem Einbruch auf der Einnahmenseite der Kirche geführt.

Beim Gemeindetag zum Abschluss der Süddeutschen Jährlichen Konferenz wies Bischof Harald Rückert angesichts des beschlossenen Transformationsprozesses darauf hin, dass es »unsere Berufung ist, Kirche nicht nur für uns selbst zu sein, sondern für andere und mit anderen«. Diese Grundhaltung solle »mit neuer Entschiedenheit unser kirchliches Handeln bestimmen«.

Klaus Ulrich Ruof
Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher

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