Gottes­di­en­ste zum Tag des Judentums und zur Ge­b­ets­woche für die Einheit der Christen

News

Image from Stefan Schröckenfuchs
Stefan Schröckenfuchs

Pastor, Superintendent


Die zentralen Gottesdienste des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jänner standen im Zeichen von Dialog, Verbundenheit und gemeinsamem Zeugnis
Gottesdienst des Ökumenischen Rats in der Armenisch-apostolischen Kirche

Tag des Judentums: Verbundenheit und Einsatz gegen Antisemitismus

Der Gottesdienst zum „Tag des Judentums“ am 17. Jänner in der armenischen Hripsime-Kirche in Wien-Landstraße betonte die untrennbare Verbindung zwischen Judentum und Christentum. Der ÖRKÖ-Vorsitzende, der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan, erinnerte daran, dass es ohne das Judentum kein Christentum gäbe. Christlicher Glaube sei aus derselben Quelle hervorgegangen, weshalb es gelte, demütig voneinander zu lernen und gemeinsam entschieden gegen Antisemitismus einzutreten.

In seiner Predigt griff Dechant Ferenc Simon das biblische Motto „Lasst uns Gott lernen“ auf. Glauben bedeute ein lebenslanges Lernen – im Hören auf Gottes Wort, im Ringen um dessen Auslegung und in der Umsetzung im Alltag. Jüdischer und christlicher Glaube begegneten einander genau in dieser Haltung des Lernens. Gotteserkenntnis sei stets mit Liebe, Barmherzigkeit und Verantwortung verbunden.

Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Kirchen wirkten an dem Gottesdienst mit. Zugleich wurde an die historische Schuld der Kirchen durch antijüdische Traditionen erinnert. Martin Jäggle, ehemaliger Präsident des Christlich-Jüdischen Koordinierungsausschuss, mahnte, angesichts eines weiterhin präsenten Antisemitismus in Österreich dürften sich die Kirchen nicht zurücklehnen, sondern müssten gemeinsam mit der Zivilgesellschaft Haltung zeigen und den Weg der Umkehr konsequent weitergehen.

Liturg:innen des Gottesdienstes des ÖRKÖ in St. Salvator

Gebetswoche: Leidenschaftliches Plädoyer für die Einheit der Christen

Der offizielle ÖRKÖ-Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen fand am 20. Jänner in der altkatholischen Kirche St. Salvator im ersten Wiener Bezirk statt. Auch hier versammelten sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Kirchen. In seiner Predigt sprach der griechisch-orthodoxe Archimandrit Ilias Papadopoulos von einem „leidenschaftlichen Plädoyer für die Ökumene“. Angesichts globaler Krisen brauche die Welt mehr denn je das gemeinsame Zeugnis der Christen.

Papadopoulos zeigte sich dankbar dafür, dass Zeiten offener Konfrontation zwischen den Kirchen weitgehend überwunden seien. Zwar sei noch nicht alles möglich, doch dürfe dies nicht entmutigen. Gefordert sei vielmehr eine „Ökumene der Neugier“, die offen für Überraschungen bleibe und die geistlichen Schätze der jeweils anderen Kirchen wertschätze – unabhängig von ihrer Größe.

Gebet mit Blick auf Armenien

Die Gebetswoche stand in diesem Jahr unter einem besonderen Vorzeichen: Die liturgischen Materialien wurden von Kirchen aus Armenien erarbeitet. Vor dem Hintergrund aktueller Spannungen zwischen Kirche und Regierung in Armenien erhielt das gemeinsame Gebet zusätzliche Aktualität. Bischof Petrosyan erinnerte an die jahrhundertealten Traditionen der armenischen Kirche und betonte zugleich das Vertrauen seines Volkes: Christus verlasse seine Kirche nicht.

Quellen: oekumene.at, evang.at 

Your browser is out of date!

Update your browser to view this website correctly. Update my browser now