Gedanken­strich Juli/ August 2026

Faith Impulse

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Dr. Stefan Zürcher

Bishop UMC Central and Southern Europe


Du deckst für mich einen Tisch … und füllst mir den Becher bis zum Rand. 
(Psalm 23,5)
 

Die Sommerzeit nutzen viele, um für einzelne Tage oder ganze Wochen die gewohnten vier Wände zu verlassen – für einen Ausflug, Ferien, Reisen oder Camps. Ich erinnere mich gerne an solche Zeiten, die wir zum Beispiel mit Wandern verbrachten. Früher, mit den Kindern, gehörte jeweils das Picknick aus dem Rucksack zu den Highlights, manchmal sogar mit über dem Feuer gegrillten Cervelats, der Schweizer Nationalwurst. Wenn an der Picknickstelle kein Tisch vorhanden war, legten wir einfach unsere Picknickdecke auf den Boden und genossen, rundherum sitzend, was wir mitgebracht und auf der Decke ausgebreitet hatten.

Daran erinnert mich der 5. Vers aus Psalm 23. Denn eigentlich ist hier nicht von einem Tisch, wie wir es kennen, die Rede. Damals besaßen die wenigsten Menschen Tische. Und schon gar nicht trugen sie solche auf die Schafweide mit. Üblicherweise verwendeten sie auf den Boden gelegte Ledermatten oder Felle als »Tische«. Darauf servierte man das Essen – eben, so ähnlich, wie wenn wir picknicken.

Ein schönes Bild! Unterwegs auf dem Lebensweg, dann und wann konfrontiert mit Widerständen und Bedrängendem (»Feinden«), manchmal sogar im »Tal des Todesschattens« – und da bietet Gott uns ein »Picknick« an: einen Moment innezuhalten, auszuruhen, aufzutanken, miteinander die Schöpfungsgaben, aber auch Freude und Leid zu teilen, einander gegenseitig zu ermutigen, sich auf diese Weise zu nähren und Kräfte zu sammeln. – Nehmen wir wahr, wie hier der gute »Hirt« zum guten »Wirt« wird, der uns aus seiner Fülle gibt, was wir zum Leben nötig haben? Die gedeckte Matte führt uns den Reichtum vor Augen, den wir in Gott haben. Er nährt Leib und Seele. Er lädt uns zu gebackenem Brot ein – und zum Brot des Lebens.

Als seine Gäste sind wir eingeladen, an seinem Tisch Platz zu nehmen und seine Gaben zu genießen. Ob wir die gedeckte Picknickmatte, die er in den kommenden Tagen und Wochen für dich und mich an manchmal überraschenden Orten und in ganz unerwarteten Momenten auslegt, entdecken?

Ich wünsche euch, dass ihr in dieser Sommerzeit erlebt, wie der gute Wirt für euch eine Picknickmatte reich deckt – und dass ihr es wagt, euch niederzulassen, zu genießen und neu gestärkt euren Weg weiterzugehen.

Stefan Zürcher
Foto: Pixabay

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