Gedanken­strich Juni 2026

Faith Impulse

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Dr. Stefan Zürcher

Bishop UMC Central and Southern Europe


Frieden stiften: Glücklich sind die, die Frieden stiften. Denn sie werden Kinder Gottes heißen. (Matthäus 5,9)
Urs Schweizer

Kriege, Terror, hybride Gewalt, völkerrechtswidrige Angriffe, zerfallende Ordnungen und die Instrumentalisierung von Angst prägen unsere Gegenwart – und lösen Ohnmacht aus. Was können wir als Einzelne und als Kirche schon dagegen tun? Sollen wir einfach resignieren? Nun, die Sehnsucht nach Frieden ist viel umfassender und betrifft längst nicht nur Situationen und Gebiete dieser Erde, über die Tag für Tag in den Medien berichtet wird. Deshalb stellt sich auch für Nachfolgerinnen und Nachfolger von Jesus und für seine Kirche die Frage: Was bedeutet es, sich in der Welt, in der wir leben, für Frieden zu engagieren?
Der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz hat auf wenigen Seiten eine christliche Friedensethik skizziert, die für mich eine Perspektive für den Umgang mit diesen schweren Fragen eröffnet. Sie orientiert sich am »gerechten Frieden« (vgl. Frage 2).
Friede/Schalom ist biblisch viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine umfassende Ordnung des Zusammenlebens, die von Recht, Freiheit, Schutz und Gerechtigkeit getragen ist. Nur soziale und internationale Gerechtigkeit macht ihn möglich. Wichtig sind vier Elemente: der Schutz vor Gewalt, die Förderung von Freiheit, der Abbau von Ungleichheiten sowie ein friedensfördernder Umgang mit Vielfalt. Dabei ist der Schutz vor Gewalt das Fundament. Denn nur auf dem Boden von Sicherheit können Freiheitsrechte und soziale Gerechtigkeit dauerhaft wachsen.
In Anlehnung an den Begriff »Kriegführung« geht es um »Friedenführung«. Das bedeutet, bereits in Friedenszeiten mit aller Kraft und mit allen Mitteln den Frieden zu gestalten und dafür zu sorgen, dass die Menschen recht leben können. Wo Menschen vor Gewalt geschützt werden, Freiheit möglich ist, Ungleichheiten abgebaut werden und Unterschiede nicht in Feindschaft umschlagen, dort wächst Friede.
Militärische Mittel sind nur als »rechtserhaltende Gewalt« unter strengsten Kriterien und als allerletzte Option zur Abwehr von massivem Unrecht denkbar. Die Sozialen Grundsätze der EmK formulieren es so: »Wir lehnen Krieg als Werkzeug der Außenpolitik ab und bestehen darauf, dass alle friedlichen und diplomatischen Mittel der Konfliktlösung ausgeschöpft sein müssen, bevor zur Waffe gegriffen wird.« (S. 33) Das übergeordnete Ziel bleibt der Aufbau einer internationalen Rechtsordnung, die die Stärke des Rechts an die Stelle des Rechts des Stärkeren setzt.
Frieden stiften – das tun wir, wo wir uns als Glaubende und als Kirche – durchdrungen von Gottes Frieden und geleitet vom Heiligen Geist – mutig für den Schutz vor Gewalt, für die Förderung von Freiheit, für den Abbau von Ungleichheiten und für versöhnte Vielfalt einsetzen.
Bischof Stefan Zürcher

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