Erzbis­chof em. Alois Koth­gass­er ver­storben

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Dorothee Büürma

Pastorin, Kinder- & Jugendwerk


Am Abend des 22. Februar 2024 ist der ehemalige Salzburger Erzbischof verstorben.
Alois Kothgasser (1937-2024)

SALZBURG (eds) / Die römisch-katholische Erzdiözese Salzburg trauert um den früheren Erzbischof Alois Kothgasser, der am Donnerstagabend im Priesterseminar verstorben ist. Der Salesianer Don Boscos (SDB) verschied im Alter von 86 Jahren im Beisein seiner engsten Familienangehörigen, dem Regens des Priesterseminars Tobias Giglmayr, den Seminaristen und von Erzbischof Franz Lackner, die ihn im Gebet bei seinem Heimgang begleitet haben.

Alois Kothgasser SDB (1937– 2024) war mehr als zehn Jahre lang Erzbischof von Salzburg, bevor er 2013 emeritierte. Somit war er der direkte Vorgänger des derzeitigen Erzbischofs von Salzburg, Franz Lackner. Zuvor war Kothgasser Diözesanbischof von Innsbruck (1997 bis 2003).

Das Begräbnis findet am 9. März um 10 Uhr im Dom zu Salzburg statt. Weitere Informationen zu den Begräbnisfeierlichkeiten:  

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Erzbischof emeritus Alois verschied, als wir an seiner Seite die Komplet begannen, das kirchliche Nachtgebet, und das Schuldbekenntnis beteten. Sein Tod macht mich betroffen, 
doch ich blicke auch in großer Dankbarkeit auf sein Wirken.
Die Spur, die er als Bischof vorzeichnete, weiterzugehen, war nicht schwer.  Beten wir für unseren lieben verstorbenen Emeritus, der zu Lebzeiten so viel für uns gebetet hat.

Erzbischof Franz Lackner
Erzdiözese Salzburg & Tirol

Ökumenische Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Alois Kothgasser in Salzburg:

Alois Kothgasser war ein Mensch, der gut auf andere Menschen zugehen und ihnen zuhören konnte. Das kam besonders bei seinen Visitationen zum Ausdruck, d.h. bei Besuchen in den Pfarrgemeinden zur Wahrnehmung der bischöflichen Aufsicht. Bei den Visitationen schaute er gerne auch in Schulen und Unterrichtsstunden vorbei, um wahrzunehmen, wie es um den Religionsunterricht steht und was die Nöte der Schüler*innen und der Lehrkräfte sind. Alois Kothgasser gehörte dem Orden der Salesianer Don Boscos an, ein Orden, der sich um Bildung und Seelsorge an jungen Menschen bemüht. 

Pastorin Esther Handschin berichtet dazu:

"In meiner Zeit als evangelische Religionslehrerin war ich auch an einer höher bildenden Schule tätig, die als 'rote Schule' bekannt war. Evangelische Schüler*innen gab es dort nur wenige und ich hatte einen schweren Stand: kleine Gruppen aus mehreren Klassen, Randstunden, wenig Einbindung ins Kollegium und einen Direktor, der sich keine Mühe gab, mit mir in Kontakt zu treten.

Eines Tages hörte ich im Konferenzzimmer eine Diskussion mit, wo sich einige Kolleg*innen darüber unterhielten, was der Erzbischof an einer Schule denn wolle. Sie schlugen im Internet die Bedeutung von Visitation nach und äußerten ihre Meinung, dass die Kirche nichts an der Schule zu suchen habe.

Am betreffenden Besuchstag kam ich in der großen Pause ins Konferenzzimmer, wo der Erzbischof ins Gespräch mit einigen Lehrkräften vertieft war. Er blickte auf, sah mich hereinkommen und kam direkt auf mich zu, um mich zu begrüßen. Wir kannten uns von den ökumenischen Gottesdiensten im Jänner, die wir jedes Jahr mitfeierten. Wir plauderten ein wenig, über meinen Unterricht und über seine Begegnung mit den Schulklassen. Bescheiden sagte er: 'Wenn mich die Schüler und Schülerinnen in diesem Aufzug (Priestergewand) sehen, dann werden sie meist sehr stumm.' Für mich war diese Begegnung eine Wohltat. Ich wurde von ihm wahrgenommen und gesehen, gerade an einem Schulstandort, wo das sonst nicht der Fall war. An diese Begegnung erinnere ich mich stets mit großer Dankbarkeit. 
Ein wichtiger Punkt im ökumenischen Miteinander ist die gegenseitige Wahrnehmung und Anteilnahme."

Anteilnahme des Ökumenischen Arbeitskreises Salzburg

Für den altkatholischen Generalvikar und Pfarrer em. Martin Eisenbraun, den Vorsitzenden des ökumenischen Arbeitskreises Salzburg „lebte Kothgasser einen natürlichen und liebevollen Kontakt mit den Kirchen der Salzburger Ökumene. Die Feier der Ökumenischen Gottesdienste war ihm nicht nur ein Anliegen, man spürte, dass die Feier ihm auch eine Freude war. An Jubiläen der einzelnen Kirchen nahm er bewusst Anteil.“

Quellen: eds.at und EmK
Foto: eds

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