Mo­nats­spruch August

Glaubensimpuls

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Frank Moritz-Jauk

Pastor, Öffentlichkeitsarbeit


Betrachtung zu 1. Chronik 16,33

„Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt um die Erde zu richten.“

1. Chronik 16,33 

RECHT HABEN SIE

Das war mein erster Gedanke zu diesem Bibelvers.

Recht haben sie, die Bäume! 

Also wenn ich Baum wäre – beispielsweise im brasilianischen Regenwald – dann würde ich täglich auf diesen wunderbaren Tag hoffen. 
Hoffentlich kommt jemand, der diesem ganzen Wahnsinn hier auf der Erde ein Ende setzen kann. 
Möglichst bevor ich abgeholzt oder verbrannt werde. 
Angesichts des Klimawandels, dem wir ungebremst entgegen zu gehen scheinen, kann ich mich immer besser in einen Baum hineinversetzen. Und nicht nur in einen Baum, sondern langsam beginnt das biblische Wort von der Schöpfung, die in ihren Wehen liegt, bei mir Gestalt anzunehmen.

Wer das ganze Kapitel 16 liest, wird erkennen, dass es wirklich nicht nur um die Bäume geht. 
Der Himmel, die Erde, das Meer und die Flur – alle sollen sich freuen und jubeln, denn der HERR kommt um die Erde zu richten. Es scheint ein sehr wichtiges, biblisches Thema zu sein, denn es wird mit fast identen Worten auch besungen: 
Psalm 96 lässt die Bäume jauchzen, wenn der HERR kommt!

Alle freuen sich!

Alle?

Einer wird ein wenig Bammel haben, wenn er ans Gericht Gottes denkt. Einer, der wohl genau weiß, dass dann Vieles ans Tageslicht kommen wird. Einer, der um seine eigene Verantwortung genauso wie um seinen Egoismus und seine fürchterliche Brutalität weiß. 
Einer, der Tierfabriken gebaut hat. 
Einer, der Urwälder für seine Plantagen abgeholzt hat. 
Einer, der gierigst die Meere leer gefischt hat. 
Einer, der Flüsse und Seen verschmutzt hat. 
Einer, der das verbliebene saubere Wasser auf seine Felder geleitet hat. Einer, der omnipräsent den Lebensraum auf dieser Erde für sich beansprucht hat. 

Einer, der ahnte und zu großen Teilen wusste, was schöpfungsgemäßes Leben heißt. 
Der sich aber immer wieder dagegen entschieden hat.

 

Einer – den wir Mensch nennen.

 

Ja, uns Menschen bleibt der Jubel im Hals stecken.

ZU RECHT MUSS MAN SAGEN

Als Menschen sind wir wie nichts und niemand auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen. 
Kein Stein, kein Baum, kein Tier, ja nichts, was Gott erschaffen hat, wird einmal so zerknirscht vor Gott stehen und um Gnade bitten müssen wie wir. 
Das bleibt uns Herrschenden über die Schöpfung, Männer und Frauen, wohl nicht erspart.

Ein Grund mehr, um die Nähe Gottes zu suchen. 
Ein Grund mehr, um Vergebung täglich zu gewähren und zu üben. 
Ein Grund mehr, um Mitleid zu entdecken und zuzulassen. 
Ein Grund mehr, um von den falschen Wegen noch heute umzukehren und uns zu verändern. 
Ein Grund mehr, um zu liebenden Menschen zu werden.

Immer wieder erleben wir unsere eigene Ohnmacht. Der Aufschrei des Paulus spricht uns aus der Seele wenn er schreibt: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will.“ (Röm 7,19) 

Es ist so. 
Unsere Wirklichkeit ist garnichsotoll, wie wir das gerne hätten. Garnichsotoll wie es die fantastischen Vier besingen. 
Garnichsotoll als vielleicht erste Erkenntnis, die uns einmal inne halten lässt.

Vielleicht bringt es uns dazu, einmal bei Jesus anzuklopfen. 
Jesus als Tür zur Veränderung ernst zu nehmen. 
Jesus in unsere Überlegungen einzubeziehen. 
Jesus zu bitten, dass er uns heilen möge. 

Schritt für Schritt. 
Aber eben kein Stillstand. 
Sondern Schritt für Schritt.

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