Auf dem Weg zu einer neuen Re­gio­nal­struk­tur der welt­wei­ten EmK

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In Kopenhagen berieten Leitungspersonen aus vier Kontinenten über die neue Regionalstruktur der EmK – geprägt von Einheit, Liebe und geistlicher Verbundenheit.
All the United Methodist leaders meeting in Denmark stand for a group photo after worship at Jerusalem United Methodist Church in downtown Copenhagen. Photo by Heather Hahn, UM News.

»Wenn jemand sagt: ›Ich liebe Gott‹, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner … Wer Gott liebt, muss auch seinen Bruder lieben.« Mit diesen Worten aus dem 1. Johannesbrief (Kapitel 4, Verse 20–21) wurden die internationalen Beratungen zur Regionalisierung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Kopenhagen eröffnet. Bischof im Ruhestand Harald Rückert (D) stellte das Bibelwort zu Beginn eines Gottesdienstes in den Mittelpunkt. Es prägte die Gespräche vom 6. bis 9. Februar und machte deutlich: Regionalisierung ist nicht zuerst eine strukturelle, sondern eine geistliche Aufgabe – Einheit und Liebe in aller Unterschiedlichkeit zu leben.

Wenn Einheit Gestalt gewinnt

In Kopenhagen berieten mehr als 80 Leitungspersonen aus vier Kontinenten über die konkrete Umsetzung der beschlossenen Veränderungen und kamen zusammen, um die bereits 2012 begonnene Arbeit an einer verschlankten Kirchenordnung voranzutreiben. Sie soll einerseits das Wesentliche und damit für alle Verbindliche klar zum Ausdruck bringen und andererseits genügend Freiraum gewähren, um in unterschiedlichen Kontexten den Auftrag der Kirche bestmöglich zu erfüllen. Angesichts der weltweiten Regionalisierung hat die Arbeit am künftigen »General Book of Discipline« (für die gesamte EmK verbindliche Verfassung, Ordnung und Lehre) zusätzliche Dynamik erhalten. Sie stellt einen wesentlichen Beitrag zur praktischen Umsetzung der neuen Regionalkonferenz-Strukturen dar.

Ständiger Ausschuss für die Belange der Regionalkonferenzen

Die Regionalkonferenz Mittel- und Südeuropa ist durch Mag. Thomas Fux (Österreich), Superintendent Andrzej Malicki (Polen) und Bischof Dr. Stefan Zürcher im „Ständigen Ausschuss für Belange der Regionalkonferenzen außerhalb der USA“ (einem internationalen Ausschuss der Generalkonferenz der EmK) vertreten. In diesem Ausschuss werden strukturelle und ordnungsrechtliche Fragen im Blick auf die Regionalkonferenzen bearbeitet. Bischof in Ruhe Harald Rückert (Deutschland) hat den Vorsitz dieses Ausschusses inne.  

Die ehemalige Präsidentin des Bischofsrats der EmK, Bischöfin in Ruhe Rosemarie Wenner (D) brachte ihre gesamtkirchliche Perspektive ein und betonte, auf dem Weg zu einer internationalen Kirche mit gleichberechtigten Regionalkonferenzen gehe es nicht in erster Linie um veränderte Strukturen oder eine neue Kirchenordnung, sondern um geistliche Verbundenheit. »In einer globalisierten Welt wollen wir an möglichst vielen Orten Menschen in die Nachfolge Jesu einladen und Gottes Liebe Gestalt geben.« Darum frage man nicht nur, welche Ordnung gebraucht werde, sondern auch, wie die Beziehungen lebendig gehalten werden könnten, damit voneinander gelernt werden könne, was Kirchesein in evangelisch-methodistischer Tradition bedeute.

Neun Regionen – neue Ordnung, gemeinsame Sendung

Durch die Regionalisierung, eine 2024 bis 2025 beschlossene Verfassungsänderung, entstanden neun gleichberechtigte Regionen: vier in Afrika, drei in Europa, eine auf den Philippinen und erstmals eine Region für die USA. Außerhalb der Vereinigten Staaten entsprechen diese Regionen den bisherigen Zentralkonferenz-Gebieten. Die neue Region USA markiert eine historische Verschiebung: Die Kirche in den Vereinigten Staaten, die lange Zeit eine prägende Rolle in der weltweiten Kirche innehatte, wird nun zu einer Region unter mehreren mit gleichen Rechten und Verantwortlichkeiten.

Allen Regionen wird die Möglichkeit gegeben, bestimmte Teile der Kirchenordnung an die jeweiligen kulturellen, rechtlichen und missionarischen Kontexte anzupassen. Die gemeinsame Mitte – die Verfassung, weitere Teile des Kirchenrechts und die Lehre einschließlich der Sozialen Grundsätze – bleibt verbindlich.

Nach der Tagung der Generalkonferenz 2028 wird erstmals ein Gremium tagen, das die Kirchenordnung für die Vereinigten Staaten anpassen darf: die Regionalkonferenz USA. Diese Regionalkonferenztagung wird derzeit vorbereitet.

Im Gebet verbunden – gemeinsam gesandt

Die Beratungen machten deutlich: Regionalisierung ist kein Projekt einzelner Teile der Kirche, sondern ein gemeinsamer Weg. Er wird im Gebet, im gegenseitigen Zuhören und im Vertrauen auf Gottes Geist gestaltet. Viele Teilnehmende beschrieben, wie intensiv die weltweite Verbundenheit spürbar war – »man kann sie riechen, man kann sie atmen«, formulierte Rückert.

Bis zur Generalkonferenz-Tagung 2028 soll die neue, verschlankte und für alle Regionen verbindliche Kirchenordnung weiter ausgearbeitet werden. Damit wird auch genauer festgelegt, welche Teile des Kirchenrechts künftig von den Regionalkonferenzen angepasst werden dürfen. Der Prozess bleibt anspruchsvoll. Zugleich eröffnet er die Chance, die weltweite Kirche in gelebter Einheit zu gestalten – getragen von Vertrauen, gegenseitigem Respekt und der gemeinsamen Sendung. 

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Quellen: emk.de, EmK Österreich

Weiterführende Links

www.umnews.org/en/news/making-regionalization-a-reality-for-the-church

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