Tag 2 der 97. Jährlichen Konferenz: 15. Mai 2026
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Pastorin

Tag 2 der Jährlichen Konferenz in Salzburg begann mit einem meditativen Morgenspaziergang im Park
Der Tagungsort – das Kolleg St. Josef – ist von einem schönen Park umgeben. So spazierte die Konferenz morgens durch den Garten und dachte über verschiedene Impulse nach:
- Wo findest du Gottes (kühne) Liebe in der Natur?
- Wo findest du Liebe in Dingen, die von Menschen gemacht sind?
- Welcher Ort erinnert dich an jemanden bzw. eine Gruppe von Menschen. Nimm dir etwas Zeit und bete für sie.
- Was fordert deinen Glauben / dein Vertrauen gerade heraus?
- Was gibt dir gerade Kraft?
Start im Plenum
Auch in diesem Jahr begrüßte Bischof Stefan Zürcher einige Gäste für die Konferenz: Novica Brankov (Superintendent Serbien), Colette Neubert (Ostdeutsche Jährliche Konferenz), Üllas Tankler (Global Ministries), Christof Voigt (TH Reutlingen).
Die Anwesenheit wurde durch Konferenzsekretärin Esther Handschin festgestellt. Mattis Mayr aus Linz und Sarah Zilka aus Wien-Fünfhaus erhielten als Jugenddelegierte Rede- und Stimmrecht auf Ebene der EmK in Österreich. Dann ging es schon an die inhaltliche Arbeit.
Dünger oder Frucht?
Der Bericht des Superintendenten bot eine gute Gelegenheit direkt ins Konferenzthema "love boldly" – „kühn lieben“ einzusteigen. Das taten die Delegierten mit einem lebendigen Austausch. So warfen die Laien etwa die Frage auf, ob die kühne Liebe wirklich eine Frucht sei – wie es Stefan Schröckenfuchs in seiner Predigt gesehen hat: „Ist die kühne Liebe nicht eher wie ein Dünger, der vieles erst ermöglicht?“
Konsens im Austausch bestand jedenfalls darin, dass die vollmundige Formulierung nur im Zusammenhang des gesamten Vision Statement sinnvoll verstanden werden kann. Dass die Liebe von Gott ausgeht und wir von Gott selbst durch seinen Geist befähigt werden, „kühn“ zu lieben, ist die Grundlage für alles andere, sei es Frucht oder Dünger. Nun gilt es, das „kühn lieben“ in den nächsten Jahren in unseren Kontext zu übersetzen, in unser je eigenes Leben (nicht jede und jeder ist auf dieselbe Weise kühn!) – so, wie es mit der „Weg- und Lerngemeinschaft“ in den Jahren zuvor gelungen ist.
Positiv hervorgehoben wurde, dass das Thema der Jährlichen Konferenz dieses Jahr durch eine Predigt des Superintendenten – meist bei den Bezirksversammlungen – schon in den Gemeinden vorbereitet wurde.
Zahlen und Geschichte(n)
Vor und nach der Kaffeepause ging es um Zahlen: Ben Nausner stellte die Statistik des vergangenen Jahres vor. Thomas Fux erklärte die Abrechnung des vergangenen Jahres und blickte mit den Konferenzteilnehmer*innen auf das Budget für die kommenden zwei Jahre. Erfreulich ist, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher*innen, die mit den Corona-Jahren einen Tiefpunkt erreicht hatte, wieder merkbar zunimmt. Auch die Mitgliedsbeiträge steigen nach wie vor - auch das ist erfreulich. Gleichzeitig betreffen die durch die Inflation und anderes deutlich gestiegenen Kosten eben auch unsere Kirche. Es bleibt also eine Aufgabe, Menschen davon zu überzeugen, einen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Je mehr Mitgleider einen finanziellen Beitrag leisten, desto fairer werden die Kosten verteilt.
Nicht vergessen wollen wir, dass Zahlen, ob finanziell oder Personen betreffend, nicht nur Ziffern sind. Sie erzählen auch Geschichten: Von dem, was in den Gemeinden geschieht, von Menschen, die gerne kommen und großzügig geben. Ohne all diese Menschen gäbe es diese Zahlen gar nicht!
Aus dem Frauennetzwerk berichtete dessen Vorsitzende Gabi Rehbogen. Ein Höhepunkt aus dem vergangenen Jahr war der österreichweite Frauentag in Linz: „Wir bewirken etwas“ haben wir dabei nicht nur diskutiert, sondern auch miteinander erlebt. Ganz konkret hat das Frauennetzwerk im vergangenen Jahr durch die finanzielle Unterstützung verschiedener Projekte der Connexio wie etwa im Kongo oder in Albanien dazu beigetragen, dass wir als Kirche etwas bewirken können. Die diesjährige Sommersammlung wird einem Projekt in der lettischen EmK zugute kommen.

Konferenzlaienführerin Maria Sonnleithner berichtete aus der Lai*innen-Sitzung. Es wurde deutlich, dass es nötig ist, die Aufgaben und Pflichten von Laienprediger*innen und Predigthelfer*innen in der EmK Österreich zu klären. Um diese Klärung bis zum Ende dieses Jahres umzusetzen, wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Konferenzspaziergang
Nach der Mittagspause haben wir uns ganz wörtlich zusammen auf den Weg gemacht, um uns in Kleingruppen darüber auszutauschen, was wir unter „kühner Liebe“ verstehen. Wir haben geteilt, wo wir sie schon erlebt haben. Wir haben darüber nachgedacht, welche Rolle der Geist Gottes dabei spielt. Und wie prägend sind wir in dieser Liebe als Kirche für Menschen? Bunt und vielfältig sind unsere Gedanken dazu gewesen – bunt und vielfältig wie die „kühne Liebe“ selbst.
Viel zu tun! Da braucht man Pausen in guter Gesellschaft. Und gute Pausenverpflegung – danke nicht nur an das Kolleg St. Josef, sondern auch an die Salzburger Gemeinde für die gute Versorgung im Blick auf das „süße“ leibliche Wohl!

Studieren an der TH Reutlingen
Über Aktuelles aus der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) berichtete deren Rektor Professor Christof Voigt. Die THR ist die Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche im deutschsprachigen Raum – sie bietet jedoch nicht nur ein Studium an, das zum Bachelor und Master in Theologie führt, sondern auch Abschlüsse in Sozialer Arbeit und Diakonie. Mit einem Film und mit Leidenschaft warb Christof Voigt für ein Studium an der THR. Schaut doch mal rein – und wer sich interessiert, ist herzlich eingeladen, einmal (ganz kühn) in Reutlingen zum Schnuppern vorbeizuschauen!
Bericht aus dem Kinder- und Jugendwerk
Sarah Zilka und Mattis Mayr erzählten als Jugenddelegierte von Veranstaltungen, an denen sie teilgenommen haben, wie zum Beispiel dem Städtetreffen in Graz.
Pastorin Dorothee Büürma berichtete als Leiterin des Kinder- und Jugendwerks unter anderem vom KJW-Vernetzungstag mit Pfarrerin Magdalena Mannsperger von der Geschäftsstelle Kirche mit Kindern in Württemberg zum Thema „Seelsorge für Kinder und Jugendliche“. Durch ihren Hintergrund als Sozialarbeiterin vermittelte die Referentin einen fundierten Einblick in die Gesellschaften (Deutschland, Österreich), in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen.
Themen und Fragen, die aufgeworfen wurden und uns über den Tag hinaus beschäftigen:
- Gottesdienste und Formate, die für viele unterschiedliche Bedürfnisse Raum bieten
- Kommunikationsformen im Gottesdienst/ in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (z.B.: die Predigt ist oft ein Monolog – ist das noch zeitgemäß? Oder eine Art Machtausübung?)
- Was steht bei einem Gottesdienst für uns im Zentrum?
- Kirchen als sichere Orte für Menschen (Gewaltschutz)
- Wie können wir Strukturen schaffen, damit Kinder und Jugendliche aktiv mitwirken und verantwortungsvoll das Gemeindeleben mitgestalten können?
- Wo müssen wir den Blick von "nach innen" "nach außen" wenden, um die Bedürfnisse von Familien mit Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen?
Dorothee berichtete außerdem von der Idee, Minecraft Gottesdienste mit Kindern und Jugendlichen zu feiern. Das könnte ein Weg sein, mit jungen Menschen, die sonst nicht in unsere Gottesdienste kommen, Gott zu entdecken.
Das Gewaltschutz Konzept des Kinder- und Jugendwerks wurde kürzlich überarbeitet. Es ist uns wichtig, das Konzept laufend den aktuellen Bedingungen anzupassen und Lernerfahrungen aufzunehmen.
Pastor Martin Obermeir-Siegrist berichtete über die internationalen und ökumenischen Beziehungen auf Ebene der Kinder- und Jugendarbeit. Bitte, an Jugendliche: Haltet euch schon einmal 15. bis 18. Juli 2027 frei. Dann soll nämlich das nächste YouMe (Jugendtreffen unserer Regionalkonferenz) in Österreich stattfinden. Vermutlich werden auch einige Jugendliche und junge Erwachsene aus benachbarten methodistischen Konferenzen und Kirchen teilnehmen.
Gut läuft es in der Erwachsenenbildung – man kann es Pastorin Esther Handschin ansehen. Der Kurs für die Ausbildung von Laienprediger*innen ist in all seiner Vielfalt nicht nur inhaltlich bereichernd, sondern auch die Gruppe selbst wird sowohl von den Teilnehmenden als auch von den Referierenden für ihr Interesse und die Fähigkeit zur Diskussion sehr gelobt. Die fundierte Ausbildung ist eine sehr gute Basis für den späteren Dienst.
Auch über die Ökumenischen Beziehungen hat Esther Handschin berichtet – ein letztes Mal. Danke für dein langjähriges Engagement im Ökumenischen Rat der Kirchen Österreich (ÖRKÖ)!

Nach seinem Bericht am Vormittag war Superintendent Stefan Schröckenfuchs am Nachmittag für die Berichte über die Öffentlichkeitsarbeit und über die methodistische Connexio verantwortlich.
Vertreter*innen der drei europäischen Regionalkonferenzen unserer Kirche trafen sich kürzlich mit Vertreter*innen der irischen und britischen Methodistenkirchen in Reutlingen, um Zukunftswege für den Methodismus in Europa zu erörtern – eine gute uns konstruktive Begegnung – der Austausch wird weitergehen.
Wer regelmäßig über Neuigkeiten aus unserer Kirche informiert werden will, möge bitte unseren Newsletter abonnieren (ganz unten auf der Website emk.at).

Am Ende des 2. Sitzungstages überbrachte Colette Neubert nicht nur Grüße aus der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK), sondern gab unserer Jährlichen Konferenz auch wertschätzende und wertvolle Rückmeldungen. Aus ihrer eigenen Konferenz berichtete sie vom Veränderungsprozess, den diese gerade durchläuft. Dieser ist immer wieder schmerzhaft, etwa wenn Gebäude, die Menschen selbst mit aufgebaut haben, aufgegeben werden müssen. „Ja. Ich will. Gott helfe mir.“ ist vor diesem Hintergrund das Zukunft eröffnende Motto der Ostdeutschen Konferenz für das Jahr 2026.
Macht weiter so und geht euren Weg in die Zukunft, ermutigte Colette die EmK Österreich, um abschließend die Mottos der beiden JKs zu einem zu verbinden: "Ja, ich will: Kühn lieben, Gott und meinen Mitmenschen. Mit Gottes Hilfe."

„Kühn lieben“ – ein Podiumsgespräch
Am Abend wurde unser Konferenzthema noch einmal auf andere Art ins Gespräch gebracht. Unter der Leitung von Moderatorin Doreen Ighama, selbst Laien-Delegierte der Jährlichen Konferenz, loteten die Gäste Dr.in Susanne Reibeiro (ARCHAE), Michael König (Diakoniewerk Gallneukirchen/Geschäftsführung Salzburg), Conny Felice (Geschäftsführung HOSI Salzburg) und Pastor John Calhoun (GBGM/ESUMC) aus ihren jeweiligen Berufs- und Lebens-Perspektiven in einem Podiumsgespräch mit uns weiter aus, was das bedeuten kann: Kühn zu lieben. Manches, was an diesem Konferenztag schon zur Sprache kam, wurde dabei noch einmal vertieft, es kamen aber auch neue Aspekte hinzu.
Kühn lieben und in diesem Sinn Kühnheit leben – im jeweils eigenen Kontext. Wo gehe ich dafür mehr Risiko ein? Mit diesem Ausblick wurden wir nach einem Abendsegen von Bischof Stefan Zürcher in die Nacht geschickt.
Gemütlicher Ausklang am Abend
Nach einem langen Konferenztag war noch Zeit für persönliche Begegnungen. Angeregt diskutierten die Konferenzteilnehmenden weiter – und hatten einfach eine gute Zeit miteinander.
Müde, aber erfüllt und dankbar für das konstruktive Miteinander verabschieden wir uns aus diesem 2. Tag der 97. Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Österreich. Wir freuen uns schon auf morgen!

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