Ge­mein­de­brie­fe

2026

Juni - August 2026
Ge­mein­de­brief Sommer 2026

Liebe Mitglieder und Freunde der EmK Wien-Floridsdorf! Kühn lieben! „Kühn lieben“ lautete das Motto der Jährlichen Konferenz der EmK Österreich, die vom 14.–17. Mai in Salzburg stattgefunden hat. Dass wir aufgerufen werden zu lieben, ist im Kontext der Kirche wenig überraschend. „Kühn zu lieben“ ist jedoch eine ungewöhnliche Formulierung. Wobei: ist Liebe nicht eigentlich immer kühn?Wer liebt, geht ein Risiko ein. Denn zu lieben heißt, sich zu öffnen, den Schutzmantel abzulegen, sich verletzlich zu machen. Liebe ist immer ein Wagnis. Sie kann abgelehnt, nicht erwidert, ja sogar ausgenutzt werden. Wer das einmal erlebt hat, wird beim nächsten Mal vielleicht vorsichtiger sein.„Kühn“ zu lieben bedeutet für mich, das Wagnis der Liebe ganz bewusst einzugehen. Einerseits setze ich kühn darauf, dass ich schon geliebt bin. Von Gott nämlich, der seine Liebe zu uns Menschen in Jesus gezeigt hat. Dieser Liebe will ich trauen – und „kühn“ darauf setzen, dass die Liebe Gottes schon genügt. Dass es genug ist, von Gott geliebt zu werden – einfach so, weil Gott das einfach tut. Ich brauche dafür nicht erst etwas leisten; und mehr brauche ich auch nicht für mein Leben zu erhoffen. Solange Gottes Liebe mich umfängt, genügt das.„Kühn“ möchte ich genau deshalb auch in meiner Liebe sein. Das Wagnis eingehen, der Liebe etwas zuzutrauen. Darauf vertrauen, dass Liebe etwas verändern, etwas bewirken kann. Auch meine Liebe, mein Mitgefühl, verändert etwas! Darum will ich versuchen, verschwenderisch in meiner Liebe, meinem Mitgefühl, meiner Fürsorge zu sein. Ich weiß, das ist manchmal ein Risiko. Es kann passieren, dass die Mühe umsonst bleibt oder ich enttäuscht werde. Das kann ich aber aushalten, wenn ich weiß, dass Gottes Liebe bleibt. Auch dann, wenn ich in den Augen anderer blöd dastehe.Kühn möchte ich in der Liebe sein – und versuchen, auch die zu lieben, die ganz anders sind als ich. Wer weiß, was sich daraus ergibt. Sicherheiten fallen vielleicht weg. Aber es gibt viel Neues zu entdecken. Und vielleicht wird mir das ja selbst zum Gewinn.Kühn lieben. Das können wir auch als Gemeinde. Weil wir geliebt sind. Indem wir etwas riskieren. Indem wir aus Liebe Neues wagen und uns von vergangenem lösen. Wer weiß schon, was Gott, der die Liebe ist, uns dann schenkt?

Bild von Stefan Schröckenfuchs
Stefan Schröckenfuchs

Pastor, Superintendent

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April – Mai 2026
Ge­mein­de­brief April – Mai 2026

Liebe Mitglieder und Freunde der EmK Wien-Floridsdorf! "Christus ist auferstanden!" Mit diesen Worten grüßen sich Christinnen und Christen am Ostermorgen – und erinnern dabei an eine zentrale christliche Botschaft: Der Tod behält nicht das letzte Wort! Mit dem Weg Jesu, der vom Kreuz durchs Grab zur Auferstehung geführt hat, hat er seine "end-gültige" Macht verloren. Denn am Ostermorgen wird uns zugesagt: Christus lebt. Das Leben stiftende Wirken Gottes hat sich als mächtiger erwiesen als die zerstörerischen Kräfte von Hass, Gewalt und Vernichtung. "Christus ist auferstanden!" Diese Botschaft kommt doch viel zu früh, denkt ihr vielleicht – heute, in der Mitte in der Karwoche, in der ich euch den Gemeindebrief zuschicke. Vor uns liegt erst noch der Gründonnerstag. Es ist der Tag, an dem Jesus verraten wurde und er gefangen genommen wurde. Auf ihn folgt der Karfreitag, der Tag, an dem Jesus gekreuzigt wird und stirbt. Und dann ist da auch noch der Karsamstag, ein Tag, der eigentümlich still bleibt - ein Niemandsland zwischen Tod und Auferstehung. Durch all das müssen wir noch durch, bevor wir uns am Ostermorgen endlich zurufen können: Christus ist auferstanden.Ja, durch all das müssen wir noch durch. Nicht nur in dieser Osterwoche. Wir leben immer noch in einer Welt, in der Haß und Gewalt, Egoismus und Verrat Realität sind. Auch der Tod ist eine Realität, die sich nicht wegdiskutieren lässt: er beendet unser irdisches Leben, und er zerstört Gemeinschaft. Denn er trennt die Lebenden von denen, die gestorben sind. Und doch leben wir unter der Zusage, und in der Erwartung: mit dem Tod ist nicht einfach alles aus und vorbei! Gott wird durch den Tod hindurch neues Leben schaffen! In Christus ist dieses Neue bereits sichtbar geworden. Menschen sind davon berührt worden. Die Begegnung mit dem Auferstandenen hat ihr Leben völlig verändert. Nichts ist für sie geblieben, wie es einmal war. Darum haben wir allen Grund zur Hoffnung, dass Gott auch uns in neues Leben führt. Der Weg zur Auferstehung führt nicht am Tod vorbei. Der Tod bleibt in unserer Welt eine Realität. Doch unser Weg endet nicht mit dem Tod. Auch unser Weg führt durch den Tod hindurch – zu Gott selbst, der Leben und Liebe und Fülle ist. In diesem Sinne dürfen wir uns an jedem Tag daran erinnern: Christus ist auferstanden!

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Stefan Schröckenfuchs

Pastor, Superintendent

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Gottesdienst-Selfie
Februar – März 2026
Ge­mein­de­brief Februar - März 2026

Lichtblick Sonntag Liebe Mitglieder und Freund:innen der EmK Wien-Floridsdorf!Die Tage im Winter sind oft grau und trüb. Um so schöner ist es, wenn ein Sonntag zum Lichtblick wird: durch die fröhliche Gemeinschaft, und durch den Zuspruch, dass durch die Liebe Gottes auch eine andere Qualität des Miteinanders möglich wird, als wir es in unserem Alltag oft erleben. "Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.", heißt es im Monatsspruch für den Februar (aus 5. Mose 26,11). Ich möchte das gerne umformulieren: "Du darfst fröhlich sein und dich freuen…". Jeder Gottesdienst ist eine Erinnerung daran: Gott meint es gut mit uns Menschen. Meine Erfahrung ist: wenn ich dann die Augen öffne und bewusst nach den Dingen Ausschau halte, wo Gott Grund zur Freude und Dankbarkeit gibt, bin ich immer wieder erstaunt, wie viel das ist. Dann wird es hell, und das trübe Grau muss sich verziehen.

Bild von Stefan Schröckenfuchs
Stefan Schröckenfuchs

Pastor, Superintendent

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